Der Kollaps der US-Investmentbank Lehman Brothers vor drei Jahren gab den Anstoß für eine umfassende Regulierung der Finanzmärkte. Viele neue Initiativen wurden angeschoben, bestehende beschleunigt. Aufseher fordern von Banken mehr Eigenkapital und wollen Investoren verpflichten, ihre Derivategeschäfte über Clearinghäuser abzuwickeln. Immer wieder gab es Bedenkenträger, aber auch solche, die mehr Fortschritte wollten.
Der aktuelle Börsenkrach hat die Regulierung noch brisanter gemacht. Täglich wächst die Zahl derer, die Vorhaben verschieben oder gar aussetzen wollen. Andere sehen die Krise als Zeichen, dass weitaus mehr - und schneller - reguliert werden muss. So mehren sich die Stimmen, die Vorgaben für Banken, große Liquiditätspuffer aufzubauen, aufweichen wollen. Andere argumentieren, dass es immer schwerer für Banken werde, sich angesichts fallender Aktienkurse und schrumpfender Gewinne mehr Eigenkapital zu besorgen.
Am Ende, so die Schwarzmaler, könnte die Mehrbelastung der Banken die Wirtschaft abwürgen. Der globale Lobbyverband der Banken, IIF, rechnet mit 7,5 Millionen weniger Jobs und 3,2 Prozent weniger Wirtschaftswachstum bis 2015 durch die neuen Basel-III-Kapitalvorgaben. JP Morgan hat die US-Regierung gar aufgefordert, aus dem Abkommen auszuscheren.