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Merken   Drucken   29.08.2012, 20:25 Schriftgröße: AAA

Folgen der Finanzkrise: Citigroup zahlt Aktionären 590 Mio. Dollar

Die Großbank soll Anteilseignern den Handel mit Schrottpapieren verschwiegen haben. Fünf Jahre nach Beginn der Finanzkrise einigt sich die Citigroup mit Aktionären auf einen Vergleich. Als Schuldeingeständnis will sie die Einigung aber nicht verstanden wissen.

Die Citigroup  schafft sich eine Aktionärsklage mit der Zahlung von 590 Mio. Dollar (470 Mio. Euro) vom Hals. Die Kläger hatten der US-Großbank vorgeworfen, ihr wahres Engagement bei giftigen Hypothekenpapieren zu Beginn der Finanzkrise verschleiert zu haben. Die Bank musste am Ende vom Staat mit Steuergeldern vor der Pleite bewahrt werden. Die Aktien verloren massiv an Wert.

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"Citi ist heute ein grundlegend anderes Unternehmen als zu Beginn der Finanzkrise", erklärte die Bank am Mittwoch. Chef Vikram Pandit hat sich von problematischen Geschäftsbereichen getrennt und das einstige Vorzeigeinstitut der New Yorker Finanzwelt zurück in die Gewinnzone geführt. Auch der Staat hat seine geliehenen 45 Mrd. Dollar zwischenzeitlich zurückbekommen - und zwar mit Zinsen.

Der nun geschlossene Vergleich betrifft Aktionäre, die zwischen dem 26. Februar 2007 und dem 18. April 2008 Anteilsscheine erworben hatten. Alleine in dieser Zeit hatte sich der Kurs mehr als halbiert auf rund 250 Dollar - und ist bis heute nicht annähernd wieder so hoch gestiegen. Am Mittwoch legte das Papier 1 Prozent zu auf 29,70 Dollar.

Die Bank erkannte mit dem Vergleich allerdings keine Schuld an. Die Citigroup wolle schlicht Unwägbarkeiten aus der Welt schaffen und weitere Kosten vermeiden, hieß es. "Wir sind zufrieden, diese Sache hinter uns zu lassen." Das Geld wird - nach Abzug der Anwaltsrechnung - unter den Aktionären aufgeteilt. Ein Richter muss dem Vergleich noch zustimmen.

Die Finanzkrise hatte im Jahr 2007 ihren Anfang genommen, als die Immobilienblase in den USA platzte. Da viele Investoren ihr Geld in Wertpapiere gesteckt hatten, die auf US-Hypotheken fußten, geriet das gesamte Finanzsystem aus den Fugen. Die Probleme gipfelten in der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers im September 2008.

Die Finanzkrise führte im Nachhinein zu einer regelrechten Klagewelle. Investoren fühlten sich von Banken betrogen, die einzelne Hauskredite zu komplexen Hypothekenpapieren gebündelt hatten. Der Vorwurf war immer der gleiche: Die Banken hätten gewusst, mit welchem Schrott sie handelten und es bewusst verschwiegen. Viele der beklagten Banken erlitten aber auch selbst hohe Verluste.

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  • dpa, 29.08.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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