Errechnet wird die
Eigenkapitalrendite (Return on Equity/ROE) als Verhältnis von Jahresgewinn zum Eigenkapital. Sie zeigt also an, wie viel Prozent Gewinn auf das im Jahresdurchschnitt eingesetzte Eigenkapital entfallen.
Diese Kennziffer hat in den vergangenen Jahren eine immer größere Bedeutung gewonnen. Vor allem an den Kapitalmärkten wird sie von Investoren, Anlegern und Analysten benutzt, um Unternehmen auch international zu vergleichen. Grundsätzlich gilt dabei: Je höher die Eigenkapitalrendite, desto positiver die Beurteilung.
Allerdings muss selbst eine relativ geringe Eigenkapitalrendite für sich nicht unbedingt als negativ interpretiert werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn das Unternehmen sie sukzessive erhöhen konnte, der Trend also nach oben geht. Dies wird als Zeichen interpretiert, dass das Management die Ertragssituation in den Griff bekommt.
Beeinflusst werden kann die Eigenkapitalrendite nicht nur durch Senkung der Kosten, zum Beispiel durch Personalabbau, und eine Erhöhung der Produktivität, sondern auch, indem das Eigenkapital verringert wird, zum Beispiel durch Aktienrückkäufe oder den vermehrten Einsatz von Fremdkapital. Auch dann steigt rechnerisch die Rendite, da sich der Nenner verkleinert - ohne dass sich die Ertragssituation tatsächlich unbedingt verbessert hat.
Im allgemeinen streben Großkonzerne heute eine Eigenkapitalrendite von 20 Prozent oder mehr an, mit der Begründung, dass dies von den internationalen Kapitalmärkten verlangt wird. Von den zehn deutschen Unternehmen mit der größten Marktkapitalisierung erreichen dieses Ziel allerdings nur wenige. In Großbritannien und vor allem den USA weisen viele Konzerne eine höhere Eigenkapitalrendite aus.