Die Nord/LB weitet ihr Geschäft in das Kerngebiet der angeschlagenen HSH Nordbank aus. Seit dem 1. April wickeln die Hannoveraner den gesamten Auslandszahlungsverkehr der 15 schleswig-holsteinischen Sparkassen ab. "Für eine Sparkasse im Norden machen wir auch das Konsortialkreditgeschäft", sagte Nord/LB-Vorstandschef Gunter Dunkel in einem FTD-Interview.
Auch im Kerngebiet der WestLB könnte die Nord/LB zum Zuge kommen: "In Brandenburg zielen wir mit den Sparkassen gerade auf eine Kooperation mit den grenznahen Filialen der polnischen Tochterbank unseres Joint Venture DnB Nord", sagte Dunkel. DnB Nord ist ein Gemeinschaftsunternehmen des norwegischen Bankkonzerns DnB Nor und der Nord/LB.
Der Wechsel der Sparkassen in Schleswig-Holstein ist ein Alarmsignal für die HSH Nordbank. Sie will nach dem Desaster im Handel mit riskanten Wertpapieren mit den klassischen Dienstleistungen für die Sparkassen, dem sogenannten Verbundgeschäft, ihr Geschäftsmodell stabilisieren. Dazu zählen etwa auch die Bereitstellung großer Kredite oder Wertpapiergeschäfte.
Die Nord/LB ist bislang ohne große Blessuren durch die Wirtschaftskrise gekommen. Lediglich für ihre Finanzierung muss sie einen Garantieschirm von Niedersachsen und Sachsen-Anhalt in Anspruch nehmen - von dem sie bislang 2 Mrd. Euro ausgeschöpft hat. "Wir können uns vorstellen, die 10 Mrd. Euro, über die wir jährlich verfügen - abhängig von der Marktverfassung -, auch auszuschöpfen", sagte Dunkel.
Das erste Quartal 2009 sei erfreulich gelaufen. "Man darf das aber nicht auf das Jahr hochrechnen. Die Bewertungsthemen kommen klassischerweise erst später im Jahr", sagte Dunkel.