Risikovorstand Hugo Bänziger
Bislang hatte das Institut Gerüchte über eine mögliche Kapitalerhöhung - die sich das Institut auf der Hauptversammlung im Mai auf Vorrat genehmigen ließ - immer zurückgewiesen. Zudem war Bankchef
Josef Ackermann stets stolz darauf, dass die Bank als eines der wenigen Institute ohne eine Kapitalmaßnahme durch die Finanzkrise gesegelt war und selbst den Einstieg bei der
Postbank und die Übernahme von Sal. Oppenheim zunächst mit Bordmitteln stemmen konnte.
Sinneswandel wegen Basel III
Zu einem Sinneswandel hat nun aber offenbar die für dieses Wochenende geplante Sitzung des Baseler Ausschusses gesorgt. Die in dem Ausschuss versammelten internationalen Aufseher und Notenbanker wollen bis Sonntag die Weichen für die künftigen Eigenkapitalvorschriften für Banken stellen. Kommt es wie geplant zu einer deutlichen Verschärfung der Regeln, müssten alleine die zehn größten deutschen Banken nach eigenen Angaben 105 Mrd. Euro an Kapital aufnehmen.
Frische Mittel kann die Deutsche Bank indes auch gut gebrauchen, um die Postbank vollständig zu übernehmen, an der sie bislang mit knapp 30 Prozent beteiligt ist. 2012 wird dieser Anteil aufgrund der Fälligkeit einer mit der Deutschen Post vereinbarten Pflichtwandelanleihe in jedem Fall auf dann 57 Prozent steigen.
Postbank gewinnt neun Prozent
Die Aktien der
Deutschen Bank sackten um 5,1 Prozent ab. Postbank-Aktien gewannen fünf Prozent. Die mögliche Kapitalerhöhung werde am Markt negativ aufgenommen, weil das Volumen ziemlich hoch sei, sagte ein Händler.
Bereits am Donnerstagabend hatten die Akteure am deutschen Aktienmarkt eine mögliche Vollübernahme durchgespielt: Postbank-Aktien verteuerten sich im bis 20 Uhr laufenden Frankfurter Parketthandel um 9,3 Prozent auf 27 Euro. Die ersten Gerüchte über die mögliche Kapitalmaßnahme kamen für den Xetra-Handel zu spät.