Gordon Gekko war ein Held. Und es ist noch nicht lange her, da war nahezu jede Bank froh, Investmentbanker vom Schlage des Titelhelden aus dem Kinofilm "Wall Street" in ihren Reihen zu haben - freilich ohne dessen kriminelle Energie.
Investmentbanking war glamourös und brachte vor allem viel Geld ein. Bei Morgan Stanley , Goldman Sachs , Lehman Brothers und Merrill Lynch sprudelten die Gewinne, an den Tagen der Boni-Bekanntgabe lieferten sich in Frankfurter und New Yorker Kneipen die Banker Trinkspiele um die höchste Rechnung. Da fielen auch schon mal Sätze wie: "Der da drüben hat für das vergangene Jahr 150.000 Euro Bonus bekommen. Dafür stehe ich noch nicht einmal auf."
Als im September 2008 Goldman Sachs auf seinen Sonderstatus als Investmentbank verzichtete und sich als normales Holdingunternehmen der Aufsicht unterstellte, scherzte ein Frankfurter Goldman noch mit süffisantem Lächeln bei einer Konferenz: "Falls sie ein Girokonto eröffnen wollen, die Anträge bereiten wir gerade vor."
Das gute Geschäft machten 2011 andere - und zwar die Häuser, die sich mit langweiligem Geschäft auseinandersetzen, mit Kontoführung und - erstaunlicherweise wieder - Hypotheken. Etwa Wells Fargo , die mit schöner Regelmäßigkeit Rekordgewinne verkünden, US Bancorp oder in Deutschland eher unbekannte Namen wie Huntington Bancshares, Suntrust Banks, die allesamt gute Ergebnisse für 2011 ablieferten.