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Merken   Drucken   11.07.2006, 10:53 Schriftgröße: AAA

Goldman steigt bei Käufer der Pleitefirma Heros ein

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat sich mit 50 Prozent an Deutschlands führendem Geld- und Werttransporteur Securlog beteiligt. Das Unternehmen des Finanzinvestors Matlin Patterson hatte im Frühjahr die Aktivitäten der nach einem mutmaßlichen Betrugsskandal insolventen Heros-Gruppe aus Hannover übernommen.
von Sven Clausen, Frankfurt
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Matlin Patterson behält die zweite Hälfte Securlogs. Der Einstieg bei Securlog ist ein besonders prominenter Beleg für die Entfernung Goldmans vom traditionellen Geschäftsmodell einer Investmentbank: Lange Zeit hatte die US-Bank in Deutschland vor allem mit Fusionsberatung, Finanzierung sowie Wertpapierhandel ihr Geld verdient.

Inzwischen arbeitet der Geldkonzern in Deutschland aber in einem wesentlich breiteren Teil der Wertschöpfungskette bei Fusionen, Übernahmen und Firmenumbauten. So hatte die Bank etwa beim Modelleisenbahnhersteller Märklin die Kredite aufgekauft, in Anteile verwandelt - und schließlich die Mehrheit an den Finanzinvestor Kingsbridge Capital verkauft. Indirekt blieb Goldman dabei mit 49 Prozent beteiligt.

Mit Sparkurs aus der Verlustzone kommen

Deutschlands fünftgrößte Drogeriekette "Ihr Platz" gehört der US-Bank sogar komplett. Auch hier hatte sich Goldman Sachs  über Kreditkäufe im Nominalwert von 120 Mio. Euro die Kontrolle und schließlich die Anteilsmehrheit an dem Unternehmen gesichert.

Bei allen Beteiligungen hofft die Bank ihren Einsatz durch einen Weiterverkauf nach der Sanierung zu vervielfältigen. Man rechne bei Securlog mit einem Engagement über einige Jahre, sagte ein Sprecher der Bank. Wie viel Goldman für den 50-Prozent-Anteil gezahlt hat, wollte er nicht sagen. Nach Angaben aus dem Umfeld der Verhandlungen gilt es allerdings als wahrscheinlich, dass sich die Bank im Tausch für die Anteile unter anderem an den Umbaukosten und der Finanzierung des laufenden Geschäfts beteiligt. Heros hatte im Februar Insolvenz anmelden müssen. Mehrere Topmanager sollen zusammen rund 300 Mio. Euro an Kundengeldern veruntreut haben.

Die neuen Securlog-Eigner wollen nun unter anderem durch einen Sparkurs aus der Verlustzone kommen: Die Zahl der Beschäftigten wird von 4100 auf 2500 zusammengestrichen.

Dabei helfen Goldman Sachs die gleichen Interimsmanager wie schon in den vergangenen Monaten bei "Ihr Platz". Auch bei dem Drogeriehändler hatte Michael Keppel vom Beratungsunternehmen Alvarez & Marsal den Umbau geleitet. Bei Securlog bekommt er nun den Titel Chief Restructuring Officer. Ebenfalls von Alvarez & Marsal kommt der neue Finanzchef Michael Pies.

Bei der Auftragslage hilft der neue Miteigner dem Geldtransportunternehmen von Anfang an kräftig: Securlog gab am Montag mehrere Verträge mit Neukunden bekannt - darunter auch einen "lukrativen Abschluss" mit der Goldman-Sachs-Tochter "Ihr Platz".

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