Bei der unter Betrugsverdacht stehenden US-Großbank Goldman Sachs laufen die Handelsgeschäfte so gut wie nie zuvor. Erstmals in seiner Geschichte verdiente das Institut in dem Geschäftsfeld an jedem einzelnen Tag eines Quartals Geld.
An 35 Tagen im abgelaufenen ersten Quartal betrugen die Erlöse sogar mehr als 100 Mio. $ - und nie weniger als 25 Mio. $, hieß es in einer Goldman-Mitteilung an die Börsenaufsicht SEC. Goldman begründete den Erfolg mit ihrem robusten Risikomanagement und den boomenden Märkten in den ersten drei Monaten des Jahres.
Die Zahlen könnten den Ärger der Öffentlichkeit auf die Bank noch verstärken. Goldman wird vorgeworfen, vom Absturz der Hypothekenmärkte profitiert zu haben. Goldman teilte am Montag zudem mit, weitere Ermittlungen und Klagen von Investoren im Zuge der Betrugsvorwürfe nicht auszuschließen. Es sei davon auszugehen, dass weitere Aktionäre gegen Goldman vorgingen, hieß es in einem Schreiben an die SEC.
Diese Gefahr bestehe vor allem im Zusammenhang mit Geschäften mit komplexen Finanzprodukten, sogenannten Collateralized Debt Obligations (CDO). "Wir erwarten, dass mit Blick auf CDOs weitere Klagen und andere Prozesse gestartet sowie regulatorische und andere Untersuchungen und Schritte gegen uns begonnen werden", schreibt Goldman in dem Dokument.
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Die Behörde hat die Investmentbank am 16. April angeklagt und wirft ihr vor, Anlegern bewusst wichtige Informationen über ein komplexes Investmentprodukt vorenthalten zu haben. Der Schaden soll sich auf rund 1 Mrd $ belaufen. Betroffen ist auch die deutsche Mittelstandsbank IKB. Goldman hat die Vorwürfe zurückgewiesen.
Das Institut hat angekündigt, sich entschlossen verteidigen zu wollen. Unbestätigten US-Medienberichten zufolge gab es aber erste Gespräche zwischen beiden Seiten über eine außergerichtliche Einigung.
Goldman-Aktien stiegen am Montag um 0,9 Prozent und lagen damit deutlich hinter dem breiten Börsentrend zurück. Der Dow-Jones-Index legte im Zuge des europäischen Rettungsschirms um 3,7 Prozent zu.