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  FTD-Serie: Die Ursprünge der Finanzkrise

Sie begann bei einem kalifornischen Hypothekenanbieter und hat inzwischen Märkte in aller Welt erfasst: Die Subprime-Krise um schlecht besicherte US-Immobilienkredite betrifft längst auch andere Branchen. Unter den Opfern sind zunehmend deutsche Unternehmen.

Merken   Drucken   14.07.2008, 16:11 Schriftgröße: AAA

Hypothekenkrise: Washington springt Fannie und Freddie bei  

In den USA haben Regierung und Notenbank den angeschlagenen Hypothekenfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac Hilfe angeboten. Investoren reagierten daraufhin euphorisch. Die mit Spannung erwartete Auktion neuer Freddie-Papiere lief besser als befürchtet. von Mark Schrörs und Tobias Bayer (Frankfurt)
Jetzt also doch: Rechtzeitig vor dem Handelsstart an den asiatischen Börsen und vor einer wichtigen Schuldenauktion von Freddie Mac haben US-Finanzministerium und Notenbank ein Stützungspaket für die angeschlagenen Hypothekenfinanzierer angekündigt. Es umfasst drei Teile. Das Ministerium von Henry Paulson  kündigte erstens an, vorübergehend den staatlichen Kreditrahmen für die beiden Branchenführer von derzeit 2,25 Mrd. $ anzuheben. Zweitens wolle die Regierung auch erstmals Anteile der staatlich geförderten Unternehmen kaufen, falls dies zur Stärkung der Kapitalbasis nötig sei. Drittens bot die Federal Reserve Fannie und Freddie für den Notfall Zugang zu ihrem Diskont-Kreditprogramm für Finanzinstitute an. Ziel sei es, das Vertrauen in die Stabilität des Finanzsystems und der Finanzmärkte inmitten der Kreditkrise zu stärken. Das sagte Paulson in der Nacht zu Montag.
Mit dem Hilfsangebot versuchen Regierung und Notenbank die Märkte nach den neusten Turbulenzen im Zuge der Kreditkrise zu beruhigen, die am Wochenende mit dem Zusammenbruch der Hypothekenbank Indymac  zur größten Bankenpleite in den USA seit mehr als 20 Jahren geführt hatte. Die Maßnahmen zeigten Wirkung: Die Versteigerung kurzfristiger Anleihen von Freddie Mac im Volumen von 3 Mrd. $ lief am Montagnachmittag problemlos ab. Die Nachfrage nach dreimonatigen Papieren war mit dem Faktor 4,16 überzeichnet, vor einer Woche lag der Wert noch bei 2,98. Bei den sechsmonatigen Schuldverschreibungen überstieg das Angebot die Nachfrage um das 3,73-fache. Eine Woche zuvor waren es noch 2,74 gewesen. Der Zinssatz liegt bei 2,309 Prozent für die dreimonatigen und bei 2,496 Prozent für die sechsmonatigen Papiere.
Die Chefs beider Häuser begrüßten die Pläne von Zentralbank und Paulson. Freddie-Mac-Vorsitzender Richard Syron sagte, sein Haus habe nach vorläufigen Berechnungen des zweiten Quartalsergebnisses noch ein "wesentliches Kapitalpolster" deutlich über dem vorgeschriebenen Minimum von 20 Prozent. Fannie-Mae-Vorstandsvorsitzender Daniel Mudd sagte, die Pläne sollten eine beruhigende Wirkung haben.

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  • FTD.de, 14.07.2008
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