Das sagte die neu ernannte Chefin von IBM Business Consulting Services, Ginni Rometty, am Mittwoch vor Journalisten in New York. IBM hatte am Mittwoch den Kauf von abgeschlossen und startet seine nun doppelt so große Beratungssparte unter neuem Namen als einheitliches Unternehmen. Zu 30.000 IBM-Mitarbeitern gesellen sich weitere 30.000 Partner und Angestellte von PwCC. IBM hatte den Kauf der Beratungstochter des Wirtschaftsprüfungsunternehmens PricewaterhouseCoopers für 3,5 Mrd. $ Ende Juli angekündigt und war damit dem zwei Wochen später geplanten Börsengang von PwCC zuvorgekommen.
IBM Business Consulting Services ist Teil der IT-Dienstleistungssparte IBM Global Services, die mit nun 180.000 Angestellten der größte IT-Berater weltweit ist. Die schwierige Aufgabe, die beiden unterschiedlichen Beratungsunternehmen zusammenzuführen, fällt Ginni Rometty zu, einer langjährigen IBM-Managerin, die zuvor Chefin von IBM Global Services Nordamerika war. Auf die erste Phase, die am Mittwoch endete, ist sie sichtlich stolz. Alle 30.000 PwCC-Mitarbeiter seien komplett in IBMs interne Systeme integriert, in die Organisation eingebunden und könnten E-Mail in der ganzen Welt nutzen. Der Kauf wurde in den vergangenen Wochen von den Behörden in den USA und Europa genehmigt.
Die größte Herausforderung allerdings bleibt, die Arbeit der Berater zu integrieren, während gleichzeitig die Nachfrage nach IT-Beratung weltweit sinkt. Rometty wagte keine Prognose, ob sich die Lage bald bessern wird. Unternehmen streichen wegen der schwachen Konjunktur ihre Ausgaben für IT-Services weiter zusammen.
Die neue IBM-Sparte IBM Business Consulting Services geht aus IBM Business Innovation Services (BIS) hervor, die etwa ein Viertel von IBMs Beratungsarm IBM Global Services ausmacht. "Diese Einheit war IBMs Problemkind", sagt Bob Djurdjevic, unabhängiger Analyst in Phoenix. Er glaubt daher auch nicht, dass IBM auf Dauer ohne Entlassungen auskommt. "Wenn man zwei Firmen zusammenfügt, hat man immer überflüssige Managementpositionen." Außerdem habe IBM den Kaufpreis von 3,5 Mrd. $ mit dem Potenzial an Kostensenkungen begründet, das ohne Stellenstreichungen schwer vorstellbar sei. "Es könnte eine Weile dauern, aber ich denke, dass Stellen wegfallen werden, und wahrscheinlich sogar mehr als jene 4000, die bisher die Runde machten", sagte er.
Dass sie Entlassungen weitgehend vermeiden will, erklärt Rometty dagegen damit, dass sich die beiden Unternehmen ergänzen statt zu überlappen. Wie schnell es gelingt, diese unterschiedlichen Kenntnisse zu verschmelzen, entscheidet für Rudolf Bauer, Zentraleuropachef von IBM Global Services, über den Erfolg von IBM Business Consulting Services. "Da wir mit den PWC-Beratern geistige Substanz gekauft haben, ist es sehr wichtig, dass die Integration schnell und für alle Beteiligten zufriedenstellend abläuft", sagt Bauer. An der Integration arbeiten Projektteams auf globaler und auf Länderebene. Zum 1. Januar 2003 soll die Fusion vollständig abgeschlossen sein.
Als äußeres Zeichen, dass IBM die PwCC-Berater nicht einfach schluckt, hat Rometty die Organisationsstruktur ihrer Abteilung geändert. Künftig sind die Berater nach Branchen organisiert, wie es bei PwCC üblich war, und nicht mehr nach Softwarebereichen wie zuvor bei IBM BIS.
Die neue Sparte wird laut Bauer in der Strategie von IBM Global Services eine entscheidende Rolle spielen. Business Consulting Services wird übergreifende Gesamtverantwortung für alle Dienstleistungen haben, die IBM im Angebot hat.
Ginni Rometty
Ist die neue Chefin von IBM Business Consulting. Sie hat die Aufgabe, die Berater von IBM und PwCC zusammenzuführen.
Fusion
IBM hatte im Juli den Kauf der Beratungssparte von PwC angekündigt.