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30.09.2010, 22:53
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Immobilien:
Das neuste Problem der US-Banken heißt Zwangsversteigerungsstopp
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2010 AFP
Dass Mitarbeiter von Geldhäusern eidesstattliche Erklärungen abgeben, die belegen, dass nicht bezahlte Immobilien unter den Hammer kommen dürfen, ist normal. Aber was, wenn das massenweise passiert und womöglich ohne Rechtsgrundlage?
von Zacharias Zacharakis
Auf die Banken in den USA fliegt ein neuer Bumerang infolge der Hypothekenkrise zu: Bei Zwangsversteierungen und Räumungen ist es möglichweise im großen Stil zu Unregelmäßigkeiten gekommen. Nach dem Hypothekenfinanzierer GMAC Mortgage hat nun auch JP Morgan Chase 56.000 Zwangsversteigerungen aufgehalten. Wie die nach Bilanzsumme zweitgrößte US-Bank am Mittwochabend bekanntgab, haben Mitarbeiter möglicherweise Räumungen eingeleitet, ohne im Einzelfall zu prüfen, ob das Institut tatsächlich Ansprüche aus der Hypothek ableiten kann.
Die Wall Street wird die Subprimekrise nicht los
Dabei geht es um angebliche Manipulationen bei den Rechtstiteln, aus denen sich die Ansprüche der Gläubigerbank ableiten lassen. In Boomzeiten hatten Banken der Wall Street Hypotheken zu Tausenden gebündelt, verbrieft und schließlich weltweit an Anleger als Wertpapiere verkauft. Das macht den Nachweis der Eigentumsverhältnisse und Rechtsansprüche jetzt schwierig.
Mitarbeiter beider Institute haben Medienberichten zufolge wie am Fließband eidesstattliche Erklärungen unterschrieben, die belegen sollten, dass die Bank das Recht zur Durchführung der Zwangsversteigerung und Räumung habe. Allerdings wird die Rechtmäßigkeit angezweifelt, Rechtsanwälte vertreten etliche Betroffene. Sie glauben, dass viele Verfahren auf Grundlage von falschen Dokumenten durchgesetzt worden seien.
Beobachter erwarten, dass weitere Institute betroffen sind. Die Deutsche Bank gehörte in den USA mit zu den aktivsten Unternehmen bei der Verbriefung von Hypotheken während der Subprime-Blüte. Noch ist unklar, welche Folgen die Aussetzungswelle von Zwangsversteigerungen für die Banken und die Investoren der Hypothekenpapiere haben wird.
Ein Sprecher von
JP Morgan sagte, die Bank habe damit angefangen, systematisch die Dokumente zu ihren Zwangsversteigerungen zu prüfen. Die Information über die Eigentumsverhältnisse von Hypotheken sei dadurch nicht falsch, dass einzelne Mitarbeiter bei der Unterschrift der eidesstattlichen Erklärungen keine genauen Kenntnisse über eben diese Eigentumsverhältnisse gehabt hätten.
Anfang der Woche hatte die Kanzlei Ice Legal aus Florida die Rechtmäßigkeit von Zwangsversteigerungen bei JP Morgan angezweifelt. Die Anwälte haben eigenen Angaben zufolge aufgedeckt, dass ein Verantwortlicher der Bank Zwangsversteigerungen autorisiert hat, ohne genaue Kenntnisse über die Eigentumsverhältnisse der jeweiligen Immobilien zu haben.
Teil 2: "Strategischen Insolvenzen"
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FTD.de, 30.09.2010
© 2010 Financial Times Deutschland,
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