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Merken   Drucken   29.09.2008, 15:04 Schriftgröße: AAA

Immobilienfinanzierer in Not: Chaos um HRE-Rettung  

Für den deutschen Steuerzahler wird die Kreditkrise noch teurer. Den Großteil der 35 Mrd. Euro schweren Rettungsaktion für den Dax-Konzern Hypo Real Estate trägt der Bund. Große Verwirrung entstand bei der Frage: Welche Zukunft hat HRE? von Birgit Marschall (Berlin), Reinhard Hönighaus (Brüssel) und Tobias Bayer (Frankfurt)
Am Montag herrschte über die Zukunft des in Schieflage geratenen Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate (HRE) große Verwirrung. In Regierungskreisen hieß es, das Unternehmen solle langfristig zerschlagen werden. Die werthaltigen Assets würden herausgelöst und zu Gunsten der HRE-Kreditgeber verwertet. Die faulen Kredite würden voraussichtlich in eine sogenannte Bad Bank überführt und abgewickelt. Eine Verstaatlichung sei nicht angedacht. "Es geht um die geordnete Abwicklung von HRE", sagte der Sprecher des Finanzministers, Torsten Albig, der FTD.
Später rückte Albig von dieser Darstellung ab und sagte, dass die weitere Unternehmensentwicklung in den Händen von Vorstand und Anteilseignern der HRE liege. In diese Richtung äußerte sich auch ein HRE-Sprecher. Er betonte, das Unternehmen solle nicht zerschlagen oder abgewickelt werden: "Es gibt solche Pläne nicht."
Die Zerschlagung wäre eine mögliche Konsequenz der dramatischen Rettungsaktion. Der Bund und die Privatbanken vereinbarten am Montag, HRE mit Kreditzusagen von bis zu 35 Mrd. Euro zu stützen. Die Hauptlast trägt dabei die öffentliche Hand. Sollte die Bürgschaft aufgrund von Verlusten in Anspruch genommen werden, entfielen in einem ersten Schritt von dann 14 Mrd. Euro 60 Prozent auf die Privatbanken, 40 Prozent auf den Bund. Den zweiten Teil von 21 Mrd. Euro müsste der Bund allein tragen, gab das Finanzministerium bekannt. Das Gesamtrisiko der öffentlichen Hand liegt damit bei knapp 27 Mrd. Euro. Die HRE wiederum besicherte die Kreditlinien mit der Hinterlegung von erstklassigen Forderungen von 42 Mrd. Euro.
Mit der EU-Kommission hatte sich die Bundesregierung nicht abgestimmt. Ein Sprecher von EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes sagte der FTD: "Wir sind über das Rettungspaket bisher nicht im Detail im Bilde und hatten mit den deutschen Behörden noch keinen Kontakt." Die Kommission gehe davon aus, dass die Bundesregierung die Maßnahmen zur Prüfung in Brüssel anmeldet, sofern es sich um eine wettbewerbsverzerrende Beihilfe handelt.

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  • FTD.de, 29.09.2008
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