FTD.de » Unternehmen » Finanzdienstleister » Freddie-Mac-Vorstand tritt zurück
Merken   Drucken   02.03.2009, 15:32 Schriftgröße: AAA

Immobilienkrise: Freddie-Mac-Vorstand tritt zurück

Milliardenverluste, und jetzt geht auch noch der Chef: Der amerikanische Hypothekenfinanzierer Freddie Mac steckt tief in der Krise. Der Kapitalbedarf des Unternehmens liegt bei 30 bis 35 Mrd. $ - der Fehlbetrag soll bald ausgeglichen werden.

David Moffett tritt als Vorstandschef des Hypothekenfinanzierers Freddie Mac zurück. Moffett teilte seine Entscheidung dem Verwaltungsrat am Montag mit. Der Rücktritt soll bis spätestens 13. März erfolgen. In seinem Schreiben begründete Moffett den Schritt mit dem Wunsch, wieder im Privatsektor zu arbeiten.

Für Freddie Mac kommt der Rücktritt zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Nach der Quasi-Verstaatlichung häufen sich die Verluste: Im Schlussquartal 2008 lag das Minus nach vorläufigen Berechnungen bei 30 bis 35 Mrd. $. Das Unternehmen bekräftigte in einer Mitteilung, dass die zuständige Behörde Federal Housing Agency (FHFA) beim Finanzministerium um entsprechend viel Kapital bitten werde. Bereits im November hatte der Immobilienfinanzierer vom Staat 13,8 Mrd. $ erhalten, um einen 25,3-Mrd.-$-Verlust im dritten Quartal auszugleichen.

Moffett hielt es nicht lange bei Freddie Mac: Er war erst im September 2008 an die Spitze gerückt. Die Bush-Regierung hatte große Hoffnung in ihn gesetzt: Moffett kann auf eine jahrelange Erfahrung verweisen. So war er Finanzchef von US Bancorp. 2005 wurde er vom Magazin "Institutional Investor" zu den dreibesten Finanzchefs der Bankenbranche gekürt.

Hauspreisverfall nocht nicht zu Ende

Auf die beiden Hypothekengiganten Freddie Mac und Fannie Mae, bei denen im Zuge der Finanzkrise der Staat das Steuer übernommen hat, entfallen etwa die Hälfte der Immobilienkredite in den USA. Um einen völligen Kollaps des Hypothekenmarkts zu verhindern, waren die in extreme Schräglage geratenen Institute im September unter staatliche Kontrolle gestellt worden.

Die Krise auf dem amerikanischen Häusermarkt ebbt nicht ab: Im Dezember brachen die Immobilienpreise in den 20 größten US-Metropolen um 18,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat ein. Das ist der größte Einbruch, seit dem die Daten in Form des S&P-Case/Shiller-Hauspreisindex erhoben werden.

Gegenüber dem Vormonat lag das Minus bei 2,5 Prozent. Es ist der größte Rückgang seit Februar 2008. Seit der Hochzeit des Immobilienbooms im zweiten Quartal 2006 brachen die Hauspreise damit um 26,7 Prozent ein. Die Investmentbank Goldman Sachs geht davon aus, dass die Hauspreise um weitere 20 bis 25 Prozent fallen werden.

Der Häusermarkt steht im Zentrum der Wirtschaftskrise der Vereinigten Staaten. Seit Dezember 2007 befindet sich die USA in der Rezession. Im vierten Quartal schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt auf das Jahr hochgerechnet um 6,2 Prozent, die Arbeitslosenquote kletterte im Januar auf 7,6 Prozent. Dementsprechend schlecht ist es um das Verbrauchervertrauen bestellt. Im Februar brach es auf 25 Zähler ein. Das ist der tiefste Stand seit Beginn der Datenerhebung im Jahr 1967.

  • FTD.de, 02.03.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  
Immobilien-Kompass
Immobilien-Kompass Deutschlands beste Wohnlagen

Preise, Mieten und Prognosen für Deutschlands Metropolen und Regionen mit detaillierten Übersichtskarten

Jetzt eigene Wohnlage prüfen

 
Anstatt FTD.de lese ich künftig ... Zum Ergebnis
Alle Umfragen
In eigener Sache
  • An Kiosks in der ganzen Republik hieß es am letzten Erscheinungstag der FTD: Zeitung vergriffen! Der Hype um die Schlussausgabe trieb merkwürdige Blüten. Der Verlag druckte 30.000 Exemplare nach. Wer keines abbekam - bestellen ist möglich. mehr

  •  
  • blättern
Zwischen Leben und Arbeiten
Work-Life-Balance

Die FTD hat zusammen mit dem GfK Verein die umfassendste bundesweite Studie zum Thema Work-Life-Balance veröffentlicht. Die Ergebnisse und mehr zum Thema finden Sie hier. Die Studie können Sie hier kaufen. mehr

Folgen Sie der FTD auf Twitter
Werden Sie Fan der FTD auf Facebook
  • Sie waren ein Herzstück der Zeitung und pointiert, scharf, teils brillant: Ihre Kolumnen, Leitartikel und Kommentare haben die FTD entscheidend geprägt. Zum letzten Mal: Unsere Kolumnisten sagen, was Sache ist. mehr

  •  
  • blättern
© 1999 - 2013 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Impressum | Datenschutz | Nutzungsbasierte Online Werbung | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

Geldanlage | Altersvorsorge | Versicherung | Steuern | Arbeitsmarkt | Energiewende | Ökostrom | Auto | Quiz | IQ-Test | Allgemeinwissen | Solitär | Markensammler