FTD.de » Unternehmen » Finanzdienstleister » Hedge-Fonds-Manager verdient an Lehman-Desaster 500 Mio. Dollar

Merken   Drucken   05.07.2011, 18:28 Schriftgröße: AAA

Insolvenzplan: Hedge-Fonds-Manager verdient an Lehman-Desaster 500 Mio. Dollar

Die Pleite von Lehman Brothers war für John Paulson ein gutes Geschäft. Der Manager verdient durch den Insolvenzplan gut eine halbe Milliarde Dollar. Sein Einsatz hat sich damit gut verdreifacht.
Bislang lief es in diesem Jahr nicht rund für Hedge-Fonds-Manager John Paulson : Bei Sino-Forest verlor er einen dreistelligen Millionenbetrag und auch bei seinen Wetten auf dem Rohstoffmarkt soll er zu Jahresbeginn kräftig daneben gelegen haben. Seine Spekulation auf das Comeback der amerikanischen Banken ist bislang ebenfalls ein Fehlschlag. Sein wichtigster Fonds im Volumen von 38 Mrd. Dollar liegt seit Jahresbeginn im Minus.
John Paulson   John Paulson
Nun ist jedoch wieder das Glück zu John Paulson zurückgekehrt. Sein Engagement bei der Pleite gegangenen US-Investmentbank Lehman Brothers dürfte ihm nach Berechnungen der Financial Times einen Profit von mehr als 550 Mio. Dollar einbringen.
Nach der Pleite der Bank im September 2009 kaufte Paulson vielen Gläubigern für wenig Geld deren Forderungen ab. Er spekulierte darauf, dass in einem Insolvenzplan ein höherer Auszahlungsbetrag für die Papiere festgelegt wird, als er für sie bezahlte. In der vergangenen Woche wurde das Konzept beim zuständigen Gericht eingereicht und es zeigt sich, dass Paulson richtig lag.
Denn laut Financial Times kaufte der Hedge-Fonds-Manager Anleihen im Schnitt zu 7,3 Cent je Dollar Nominalwert auf. Der Plan des Insolvenzverwalters der vergangenen Woche, der noch vom Gericht abgesegnet werden muss, sieht vor, dass 21,1 Cent je Dollar ausgezahlt werden.
Paulson ist durch die Finanzkrise berühmt und reich geworden. Er wettete rechtzeitig auf den Niedergang des US-Immobilienmarkts und strich beim Platzen der Blase einen Milliardengewinn ein. Dabei machte er sich nicht nur Freunde. Gemeinsam mit Goldman Sachs  strukturierte er Immobilienportfolios, die an Investoren verkauft wurden. Anschließend wettete er auf den Ausfall dieser Portfolien. Käufer war damals auch die deutsche IKB .
Paulson ist ein Top-Verdiener. Der Manager kassierte im vergangenen Jahr 5 Mrd. Dollar, so viel wie nie ein anderer an der Wall Street vor ihm. Zuvor hatte der Rekord bei 3,7 Mrd. Dollar gelegen, aufgestellt im Jahr 2007 - von John Paulson.
  • FTD.de, 05.07.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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