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Die Enron-Regeln
Als Folge des US-Bilanzskandals werden weltweit Vorschriften geändert. Nur Deutschland ziert sich.
Auslöser Enron. Nach dem Bilanzskandel 2001 beim Energiekonzern suchen die Amerikaner in Hearings, Forschungsstudien und Strafermittlungen gründlich nach den Ursachen der Insolvenz. Eine der identifizierten Fehlerquellen: Briefkastenfirmen außerhalb der Konzernbilanz.
Neue Vorschriften. Die Wirtschaftsprüfer bestehen darauf, dass die Offshore-Vehikel in den Bilanzen erscheinen – "konsolidiert" in der Prüfersprache. Die internationalen Rechnungslegungsstandards (IAS) bekommen nun klare Regeln. Die Vehikel (Conduits) müssen in die Bilanz, wenn sie von der Bank wirtschaftlich beherrscht werden. Zudem werden Regeln zur marktgerechten, tagesaktuellen Bewertung des Vermögens erstellt, das mit solchen Vehikeln verwaltet wird.
Deutsche Sonderregeln. Im Juni 2002 beschließt das EU-Parlament eine Verordnung, die von europäischen Banken eine Konsolidierung der außerbilanziellen Vehikel nach den IAS-Regeln fordert. Deutsche Banken bekommen eine Frist: Sie sollen ab Januar 2005 voll konsolidieren. Ausnahme: Die Landesbanken dürfen ihre Conduits noch bis 2008 verstecken.
Trickreiche Gehilfen. Mit der Umsetzung der EU-Vorgaben in deutsches Recht lassen sich die Finanzpolitiker hierzulande viel Zeit. Das aktuelle Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz mit den neuen Konsolidierungsregeln gilt erst seit Mai 2009.