Deutsche Bank
Stationen eines Topbankers
Bankchef Josef Ackermann hatte für 2011 ursprünglich einen Vorsteuergewinn von 10 Mrd. Euro im operativen Kerngeschäft angepeilt. Wegen der Schuldenkrise in Europa und der Abkühlung der Konjunktur gab er dieses Ziel aber schon im Herbst auf. Das Rekordjahr seiner Amtszeit bleibt damit 2007, als die Bank 8,7 Mrd. Euro vor Steuern erwirtschaftete. Ackermann gibt den Vorstandsvorsitz im Mai an seine Nachfolger ab: Der oberste Investmentbanker Anshu Jain und Deutschlandchef Jürgen Fitschen sollen das Institut als Doppelspitze führen.
Hauptgrund für das schlechte Quartalsergebnis war ein Vorsteuerverlust von 422 Mio. Euro im Investmentbanking, traditionell der größte Ertragsbringer der Deutschen Bank. Die Verunsicherung über Euro-Krise und Konjunkturentwicklung haben in den vergangenen Monaten das Kapitalmarktgeschäft weltweit beeinträchtigt. Viele Investoren halten ihr Geld zusammen, statt es den Händlern der Banken für riskante Geschäfte anzuvertrauen.
Große US-Banken schnitten besser ab
Doch auch gemessen am ohnehin schwachen Branchentrend steht die Deutsche Bank mit ihrem Verlust schlecht da: Die großen US-Institute, die ihre Jahresbilanzen bereits vor einigen Wochen vorlegten, hielten sich im vierten Quartal überwiegend in der Gewinnzone.
Neben dem Einbruch im Kapitalmarktgeschäft wurde das Ergebnis durch Abschreibungen auf Beteiligungen am Generikahersteller Actavis und dem Kasinokomplex The Cosmopolitan in Las Vegas belastet. Insgesamt trugen die Beteiligungen der Deutschen Bank einen Vorsteuerverlust von 722 Mio. Euro ein. Sie laufen schon lange schlecht, in den vorausgegangenen Quartalen hatte das Geldhaus die Abschreibungen aber durch Gewinne im operativen Geschäft ausgeglichen.