Es soll sich um 100 Mio. bis 200 Mio. Euro handeln. Gemessen am Eigenkapital zur Jahresmitte 2008 von gut 1,8 Mrd. Euro entspricht das einer Erhöhung um fünf bis elf Prozent. Das Unternehmen wollte dazu keine Stellung nehmen.
In den vergangenen Jahren hatte das Bankhaus das Kapital jährlich zwischen 12 und 17 Prozent erhöht - allerdings aus dem Gewinn. Nun hingegen sind die Aktionäre selbst gefordert. Bei Sal. Oppenheim stehen wichtige strukturelle Änderungen bevor, die das Unternehmen vermutlich am Donnerstag bekannt geben will.
Die Bank, die ihren Hauptsitz 2007 nach Luxemburg verlagert hatte, steht stark unter Druck. Nach dem Rekordjahr 2007 brach der Nettogewinn im ersten Halbjahr 2008 um 80 Prozent auf 30 Mio. Euro ein. Vor Steuern betrug das Minus fast drei Viertel. Das Eigenkapital ging um fast 16 Prozent zurück. Im Dezember teilte die Ratingagentur Fitch mit, dass sich die Aussichten für das Unternehmen verschlechterten. Die Turbulenzen auf den Kapital- und Geldmärkten wirkten sich auf das Ergebnis und die Refinanzierung von Sal. Oppenheim aus.
Zum einen leidet die Bank unter dem Derivategeschäft, wo sich die Kunden zurückhalten und die Gewinnmargen wegen stark steigender Kosten für Absicherungsgeschäfte sinken. Zum anderen machen dem Institut Bewertungsverluste seiner Unternehmensbeteiligungen zu schaffen. Sal. Oppenheim ist etwa mit zehn Prozent an dem angeschlagenen Immobilienkonzern
IVG und - mittlerweile nur noch zu einem kleinen Teil - an der knapp an der Insolvenz vorbeigeschrammten Industriebank
IKB beteiligt. Außerdem stieg das Geldhaus erst im Herbst mit 29,5 Prozent bei #Arcandor ein - dem Unternehmen, in dem Thomas Cook, Primondo und Karstadt aufgegangen sind.