Keine Kredite mehr:Krislands Jet-Set-Konzern ist pleite
Nach Bankenkrise, Staatsbankrott und Regierungschaos ist nun auch noch das größte Privatunternehmen Islands zahlungsunfähig. Dabei trifft es ausgerechnet den Konzern des Jet-Set-Millionärs Jón Ásgeir Jóhannesson.
Islands größtes Privatunternehmen Baugur hat in Reykjavik seine Zahlungsunfähigkeit erklärt und steht vor dem Aus. Die Investment-Gesellschaft von Jón Ásgeir Jóhannesson galt auf der Nordatlantik-Insel seit Jahren als Symbol für einen extrem aggressiven Wachstumskurs mit hohem Kreditrisiko. Baugur begründete die eigene Zahlungsunfähigkeit mit der Verweigerung von Krediten durch die heimische Landsbanki
Islands zweitgrößte Bank wurde im November ebenso wie die anderen führenden Geldinstitute nur durch Zwangsverstaatlichung vor dem Bankrott gerettet. Die 320 000 Bürger auf Island leben als Folge der Finanzkrise mit einer Inflationsrate sowie Leitzinsen von jeweils knapp 20 Prozent, einer gigantischen Staatsverschuldung und dramatisch steigenden Arbeitslosenzahlen.
Der persönlich im Stil eines Jet-Set-Milliardärs in London lebende Jóhannesson hatte zunächst mit seinem Vater Islands führende Supermarktkette Bónus aufgebaut. Er stieg im eigenen Land auch zum größten Medienunternehmer auf und kaufte in Großbritannien unter anderem Debenhams-Warenhäuser sowie mehrere andere Ketten. In Dänemark übernahm Baugur ebenfalls bekannte Warenhäuser und startete die eigene Gratis-Tageszeitung Nyhedsavisen, die ihr Erscheinen im letzten Jahr einstellen musste. Wegen gesetzeswidriger Transaktionen innerhalb der Baugur-Gruppe wurde Jóhannesson im letzten Juni zu drei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.
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