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  FTD-Serie: Die Ursprünge der Finanzkrise

Sie begann bei einem kalifornischen Hypothekenanbieter und hat inzwischen Märkte in aller Welt erfasst: Die Subprime-Krise um schlecht besicherte US-Immobilienkredite betrifft längst auch andere Branchen. Unter den Opfern sind zunehmend deutsche Unternehmen.

Merken   Drucken   22.04.2008, 17:19 Schriftgröße: AAA

Konkurrenten stützen Düsseldorfer Hyp  

Die Düsseldorfer Hypothekenbank wird vorübergehend auf den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken übertragen. Der Gewinn 2007 sei aufgezehrt, teilte der Verband mit. Dagegen die Sichtweise des Chefs: Von einer Schieflage könne keine Rede sein. Die Bank schreibe schwarze Zahlen.
Zu der Übertragung auf den Sicherungsfonds hätten sich die Eigentümer der Bank entschlossen, teilte der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) am Montagabend in Berlin mit. Die Bank solle in einem geordneten Verfahren einem neuen Eigentümer zugeführt werden. Die Bedienung und Einlösung der Pfandbriefe sei gesichert. Mit dem Schritt würden "die Schwierigkeiten überwunden, in die das Institut in dem jetzigen angespannten Marktumfeld geraten" sei.
Der Schritt war offenbar nötig, um Schaden vom deutschen Pfandbriefmarkt abzuwenden. Pfandbriefe gelten als äußerst konservativ besicherte Wertpapiere mit sehr geringer Ausfallwahrscheinlichkeit. Allerdings kam es in den vergangenen Monaten des öfteren zu Störungen im Handel, weil Banken nicht mehr bereit waren, sich gegenseitig Kauf- und Verkaufpreise zu stellen.
Schlägt Eurohypo zu?
Von Schwierigkeiten bei seinem Institut will der Chef der Düsseldorfer Hyp allerdings nichts wissen: "Wir haben keine Liquiditätsprobleme und schreiben in den ersten Monaten dieses Jahres auch weiter schwarze Zahlen", sagte Bankvorstand Wolfgang Hampel am Dienstag. Von einer Schieflage könne keine Rede sein. Das aber dürfte vor allem daran liegen, dass die Bank nach Handelsgesetzbuch bilanziert. Anders als nach den internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS muss sie ihren Wertpapierbestand deshalb nicht zu aktuellen Marktpreisen in der Bilanz ausweisen. Das gibt ihr einen gewissen Spielraum. So bezifferte das Unternehmen seinen Abschreibungsbedarf für die ersten drei Monate des Jahres auf nur 4,5 Mio. Euro.
Allerdings bleibe die Lage an den Märkten weiter schwierig und die Refinanzierung über den Pfandbriefmarkt teuer. "Wir glauben fest daran, dass wir durch die Finanzkrise durchkommen werden", betonte Hampel. Immer wieder aufgekommene "Gerüchte über eine Schieflage und Liquiditätsprobleme" hätten eine Veräußerung nahezu unmöglich gemacht.
Angestrebt sei ein Komplettverkauf der Bank, sagte Hampel. Zu möglichen Interessenten wollte er sich nicht äußern. Als Kandidaten gilt die Eurohypo. Die Commerzbank -Tochter hatte bereits die restlichen Anteile der Essen Hyp von der Familie Schuppli übernommen.
Mit der DüsselHyp verschwindet zudem der letzte eigenständige Staatsfinanzierer in Deutschland. Ende vergangenen Jahres war die weitaus größere Depfa in der Hypo Real Estate  aufgegangen. Auch bei den Düsseldorfern gab es Pläne, das Geschäft ausf Immobilien auszuweiten. Allein von der Finanzierung von Staatsanleihen kann eine Bank kaum noch existieren: Die ohnehin schon knappen Margen in den Geschäft sind durch die Finanzkrise noch dünner geworden. Die Finanzkrise hatte den Gewinn der Düsseldorfer Bank 2007 aufgezehrt.

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  • Reuters, 22.04.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
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