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08.12.2011, 20:02
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Kopf des Tages:
Nikolaus Meyer-Landrut - Der Zähe
Der europapolitische Berater der Kanzlerin kann hart verhandeln, scharf argumentieren und wunderbar mit den Franzosen. Deswegen ist er Merkels derzeit wohl wichtigster Mann.
von Claudia Kade Berlin
Nur gleich vorweg: Dass er ein Onkel von Popsternchen Lena ist, lässt sich wirklich nur an seinem Namen erkennen. An nichts anderem. Äußerst zurückgenommen tritt Nikolaus Meyer-Landrut auf, sehr überlegt und bestimmt. Der rotblonde, promovierte Historiker ist damit keine Ausnahme in der Diplomatenfamilie Meyer-Landrut. Die Ausnahme ist Lena.
Es hat einige Monate gedauert, aber inzwischen denken auch im Berliner Politikbetrieb die meisten nicht mehr erst an die prominente Nichte, wenn sie nach dem 51-Jährigen gefragt werden. Meyer-Landrut ist als europapolitischer Berater von Angela Merkel mittlerweile einer der wichtigsten Männer Europas: Als Chefunterhändler der Kanzlerin dealt er seit Februar die milliardenschweren Rettungspakete für Griechenland mit seinen Kollegen aus den EU-Partnerstaaten aus sowie die noch viel größeren Euro-Rettungsfonds und vor allem neue, strengere Regeln für mehr Haushaltsdisziplin.
Ganz anders als Popsternchen und Nichte Lena: Nikolaus Meyer-Landrut verhandelt für Kanzlerin Merkel die Europapolitik
Meyer-Landrut hat seit Wochen kaum noch etwas anderes gemacht, als quer über den Kontinent für ein striktes Sparregime zu werben und für entsprechende Veränderungen der EU-Verträge. Er ist zäh, und damit passt er ausgesprochen gut zu seiner Chefin.
Merkel hatte ihn schon 2006 ins Kanzleramt geholt, damals war er noch stellvertretender Leiter der einflussreichen Abteilung 5: Europapolitik. Im Februar rückte er dann an die Spitze. Merkel tut sich schwer, den eingeschworenen Kreis ihrer engsten Vertrauten umzumodeln. Für Meyer-Landrut entschied sie sich aber relativ schnell. Sie hält ihn für eine gute Wahl, gerade in Zeiten der Euro-Krise, in der Deutschland und Frankreich als mächtigste Volkswirtschaften des Währungsraums die Marschrichtung vorgeben wollen.
Denn Meyer-Landrut geht fast schon als halber Pariser durch: Er ist mit einer Französin verheiratet, war Sprecher des ehemaligen französischen Präsidenten Valéry Giscard d'Estaing, als der 2002 Präsident des europäischen Verfassungskonvents wurde. Was Merkel an Gespür für das Lebensgefühl im Nachbarland fehlt, kann Meyer-Landrut beisteuern. Und seine Erfahrungen aus der Arbeit an den EU-Verträgen ist jetzt beim Gezerre in Brüssel für die Kanzlerin enorm wichtig.
Teil 2: Wettstreit der Argumente ist sein Metier
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Aus der FTD vom 09.12.2011
© 2011 Financial Times Deutschland,
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