Banken müssen sich seit Jahresbeginn stärker gegen Risiken absichern. Dabei müssen sie auf kurzfristige Einlagen weniger Zinsen zahlen als auf langfristige. Diese Strategie ist jedoch riskant – und für Kunden könnten langfristige Kredite teurer werden. von Karsten Röbisch, Frankfurt
Langfristige Kredite dürften nach Einschätzung von Experten künftig teurer werden, unabhängig von der allgemeinen Zinsentwicklung. Grund ist, dass die Finanzaufsicht BaFin zum Jahresbeginn die Kriterien für ihren sogenannten Zinsschock verschärft hat und Banken entsprechende Risiken stärker absichern müssen.
Riskante Strategie
Die Institute müssen nun in einer Art Stresstest die Bilanzfolgen einer plötzlichen Änderung des Leitzinses von zwei Prozentpunkten nach oben oder unten durchrechnen. Bislang lag die Grenze bei 1,3 Punkten nach oben sowie 1,9 Punkten nach unten. Neue Risiken ergeben sich so für alle Banken, die langfristige Kredite über kurzfristige Einlagen refinanzieren. Diese sogenannte Fristentransformation bringt ihnen zusätzliche Erträge, da die Zinsen mit abnehmender Laufzeit sinken, Banken also auf kurzfristige Einlagen weniger Zinsen zahlen müssen als auf langfristige.
Diese Strategie ist aber riskant. So drohen enorme Verluste, wenn die kurzfristigen Zinsen schnell steigen oder gar über den langfristigen liegen. Seit 1970 gab es in Deutschland immerhin fünf solcher Phasen, von denen die längste 34 Monate dauerte. Um für diesen Fall den Kollaps einer Bank zu vermeiden, besteht die BaFin auf einer stärkeren Absicherung dieser sogenannten Zinsänderungsrisiken.
Das verursacht Kosten für die Institute. "Direkte Auswirkungen sehen wir auf der Ertragsseite der Banken", sagte Daniel Kapffer, Partner und Experte für Risikomanagement bei Accenture. Die fehlenden Erträge würden sie jedoch hereinholen, indem sie beispielsweise einen Teil der Absicherungskosten an den Kunden weitergeben. Das bedeutet, dass vor allem langfristige Kredite teurer werden.
Sparkassen betroffen
Bestehen Banken den BaFin-Stresstest nicht, kann ihnen die Aufsicht höhere Eigenkapitalanforderungen aufzwingen. Der maximale Wertverlust, der sich aus dem Zinsstresstest für die Institute ergibt, darf nicht höher sein als 20 Prozent ihrer Eigenmittel. Ein höheres Zinsrisiko allein löst aber keine Sanktionen aus, sofern die übrigen Risiken der Bank gering sind.
Die BaFin erwartet, dass die Zahl auffälliger Institute steigt, und rechnet mit Auswirkungen auf das Kreditgeschäft. Gerade bei niedrigen Marktrenditen wie derzeit nutzen Banken die Strategie der Fristentransformation, besonders Sparkassen und Volksbanken. Der Sparkassendachverband DSGV beziffert den Anteil der Erträge daraus am gesamten Zinsüberschuss zwar nur auf 15 Prozent. Experten halten den Wert jedoch für zu niedrig.
Der FTD-Versicherungsmonitor hat alle wichtigen Namen und Nachrichten auf dem Radar und bündelt die wichtigsten Informationen aus verschiedenen Quellen. So erhalten Sie einen exzellenten Überblick über die Assekuranz, analytisch kommentiert von FTD-Versicherungskorrespondent Herbert Fromme.
Die verschobene Eröffnung des Berliner Großflughafens BER schlägt Wellen. Die internationalen Flughäfen sind nicht nur dynamische Orte, sondern auch Großunternehmen. Kennen Sie sich gut mit Airports aus?
Zunächst eine Frage zum weltgrößten Flughafen. Derjenige mit dem größten Passagieraufkommen ist …
45 Schritte in die SelbstständigkeitNur wer gut vorbereitet ist, schafft einen erfolgreichen Unternehmensstart. Dieser Gründerfahrplan hilft, die größten Hinder- nisse auf dem Weg in die Selbstständig- keit schnell und sicher zu überwinden. mehr
FinanzierungSie sind an einer Gründungsfinanzierung interessiert? Oder möchten für Ihren Betrieb Fahrzeuge erwerben? Hier finden Existenzgründer und Unternehmer viele Wege zur passenden Finanzierung. mehr
SteuerrechnerEinkommen, Umsatz oder Abfindung: Wie viel bleibt am Ende übrig? Ermitteln Sie Ihre Steuerlast mit den Rechnern von impulse.de und steuerberaten.de. Von Gewerbe bis hin zu Erbschaftsteuer. mehr
Firmenwert ermittelnÜber- oder unterschätzt? Wie viel Sie erwarten können, wenn Sie Ihre Firma verkaufen, zeigt der Firmenwertrechner von impulse.de und Klein & Coll. - einfach und schnell durch die Eingabe weniger Zahlen. mehr
Verträge und VorlagenSie benötigen Dokumente und nützliche Arbeitshilfen für Ihren Geschäftsalltag? Wählen Sie aus fast 5.000 rechtssicheren und aktuellen Verträgen, Vorlagen, Checklisten, Rechentabellen oder Ratgebern. mehr
Aus Sicherheitsgründen möchten wir Ihre E-Mail-Adresse bestätigen.
Klicken Sie bitte dazu den Aktivierungs-Link, den wir Ihnen
gerade per E-Mail an zugesendet haben.
Eine Bilanz vor dem Amtsantritt? Verbietet sich. Eigentlich. Nicht so bei Anshu Jain. Denn Josef Ackermanns Nachfolger hat schon vor dem Start bei der Deutschen Bank viel verändert. mehr
"Zum Handeln geschaffen" lautet Metros Motto. Der neue Konzernchef Olaf Koch scheint den Slogan wörtlich zu nehmen. Mit dem ersten großen Verkauf einer Tochter bricht er den Stillstand bei Metro auf. mehr
Das Gerede von der Abwanderung europäischer Unternehmen an billigere Standorte ist alles andere als neu. Aber wirklich gegangen ist kaum jemand. Denn China ist als Absatzmarkt viel zu wichtig. mehr
Eine Einheitskasse führt nicht zu mehr Gerechtigkeit, sondern zur Zweiklassenmedizin. Statt das duale Gesundheitssystem durch eine Bürgerversicherung zu ersetzen, sollten Menschen mit stabilem Einkommen verpflichtet werden, eine Rücklage für ihre medizinischen Kosten im Alter bilden. mehr
Das Stahlwerkefiasko in Amerika zeigt: Bei ThyssenKrupp versagen die Kontrollinstanzen. Das gilt sowohl für den Aufsichtsrat als auch für die Krupp-Stiftung. mehr
Der Tarifabschluss für die Angestellten des Automobilkonzerns entspricht weitgehend dem Flächenvertrag in der Metall- und Elektrobranche. Laut IG-Metall ist er aber "einen Schnaps besser".
mehr
Die internationale Vereinigung der Versicherungsaufseher hat ein Papier mit Vorschlägen zur Definition systemrelevanter Versicherer vorgelegt. Eine erste Liste möglicher systemisch bedeutender Gesellschaften soll bis Juni 2013 vorliegen. mehr
IG Metall und der Wolfsburger Konzern sind sich einig über die Vier vor dem Komma. Der Tarifabschluss bei VW folgt einem Vorbild - der Vereinbarung der Metall- und Elektroindustrie im Pilotbezirk Baden-Württemberg. mehr
Josef Ackermann hat seinen letzten Auftritt als Chef der Deutschen Bank zur großen Hauptversammlungs-Show genutzt. Der umstrittene Manager will als Staatsmann in Erinnerung bleiben. mehr
Es ist eine denkwürdige Medienkombi aus RTL und "Zeit", mit der Günter Wallraff mal wieder schwere Missstände aufdeckt. Der fast 70-Jährige muss beim Paketdienst GLS schuften bis zum Umfallen - zu lächerlichen Konditionen. mehr
Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions
AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!