Noch steht nicht fest, wie viel Geld die WestLB mit ihren Wetten auf dem amerikanischen Häusermarkt verloren hat. Was man weiß: 1,6 Mrd. Euro Verlust wies die Landesbank schon letztes Jahr aus. Und der 5-Mrd.-Euro-Rettungsschirm, den die Eigner zu Jahresanfang aufspannten, gilt mittlerweile als zu klein. Auch der Rettungsfonds des Bundes soll nun angezapft werden.
Vielleicht ist es angesichts dieses Desasters ja eine nette Pointe, dass die WestLB nun wieder auf dem amerikanischen Immobilienmarkt zuschlägt - und zwar mitten in New York. Wie Connie Kain, Managing Director der WestLB in den USA, am Donnerstagabend auf einer Pressekonferenz verkündete, zieht die Amerika-Dependance der Bank ausgerechnet in die drei obersten Stockwerke des World Trade Center 7.
Doch der Reihe nach: Es war ja schon eine verrückte Geschichte, dass US-Immobilienmogul Larry Silverstein, das WTC 7 überhaupt wiederaufbaute. "Jeder hat uns gesagt: Da will doch keiner rein", bekannte ein Sprecher des Unternehmers schon vor Monaten. "Aber Larry sagte, wenn wir fertig sind, werden die Mieter schon kommen. Er ist der größte Optimist, den ich kenne."
Es kam anders. Silverstein ließ in Rekordzeit und mit hohem finanziellen Risiko eines der modernsten Gebäude der Vereinigten Staaten bauen, mit einem hocheffizienten Belüftungssystem, innovativen Energiespartechnologien und einem öffentlichen Park.
Doch die Mieter kamen nicht. Seit Mai 2006 sind die 52 Stockwerke im Herzen des New Yorker Finanzviertels beziehbar. Aber viele stehen bis heute leer. Vor allem in den prestigeträchtigen obersten Stockwerken, sozusagen auf dem Dach der US-Metropole, herrscht bis heute gähnende Leere.