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Merken   Drucken   07.07.2009, 10:28 Schriftgröße: AAA

Krisensitzung zur Rettung der HRE: Top-Banker befürchteten Branchenkollaps

Im vergangenen September rangen deutsche Top-Banker drei Tage lang um das Überleben der angeschlagenen Hypo Real Estate. Jetzt wurde das Protokoll der Krisensitzung bekannt, bei der Deutsche-Bank-Chef Ackermann gesagt habe, eine Insolvenz der HRE bedeute den Tod des deutschen Bankensystems.

Angesichts der Schieflage der Immobilienbank Hypo Real Estate  (HRE) befürchteten deutsche Top-Banker im vergangenen Herbst einen Kollaps der deutschen Bankenbranche. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung", die sich auf das Protokoll eines Krisentreffens zwischen dem 26. und dem 28. September 2008 bezieht. An den Sitzungen nahmen nach Zeitungsinformationen Vertreter der Bundesregierung, der Bundesbank, der Finanzaufsicht BaFin und der privaten Banken teil.

Die HRE musste im Herbst 2008 nach Fehlspekulationen ihrer irischen Tochter Depfa zunächst vom Bund und den Banken mit einem Hilfspaket in Höhe von 35 Mrd. Euro unterstützt und später mehrfach gerettet werden. Insgesamt wird das Geldinstitut mit bis zu 100 Mrd. Euro gestützt. Wegen ihrer Bilanzsumme und der wichtigen Rolle auf dem Pfandbriefmarkt war im Vorfeld der Rettungsaktion gemutmaßt worden, der Kollaps der HRE würde viele andere Institute und Versicherungen ins Straucheln bringen. Inzwischen ist die Bank zu 90 Prozent verstaatlicht.

Bei dem Krisentreffen im September 2008 habe Deutsche Bank -Chef Josef Ackermann  betont, eine Insolvenz der HRE würde den Tod des deutschen Bankensystems bedeuten. Der Chef der Commerzbank , Martin Blessing , sagte, wenn sich die Regierung einer Rettungsaktion verweigere, werde am Montag darauf kein deutsches Kreditinstitut mehr stehen. Dem Protokoll zufolge habe Bundesbank-Chef Axel Weber  deutlich gemacht, dass alle Beteiligten nur einen Versuch hätten, die HRE zu retten.

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  • FTD.de, 07.07.2009
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