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Merken   Drucken   06.03.2009, 10:48 Schriftgröße: AAA

Landesbanken-Rettung: Sparkassen zweifeln an BayernLB-Modell  

Hinter vorgehaltener Hand gibt es seit Längerem Sparkassen-Häme über die Risikopolitik der Landesbanken. Jetzt redet der Chef der Stadtsparkasse München, Harald Strötgen, Klartext über den Rettungsplan für die BayernLB. Dabei sieht der vor allem einen Ausbau der Kooperation mit den Sparkassen vor. von Gerhard Hegmann (München)
Die BayernLB, die bisher je zur Hälfte dem Freistaat Bayern und den bayerischen Sparkassen gehörte, muss im Mai in Brüssel ihr Rettungs- und Zukunftskonzept präsentieren. Bayern investiert 10 Mrd. Euro als frisches Eigenkapital in die Bank, um deren Zusammenbruch abzuwenden. Hinzu kommen weitere Bürgschaften und Garantieerklärungen von Bayern und dem Bund. Dies summiert sich auf rund 30 Mrd. Euro. Allein für 2008 rechnet die Landesbank mit rund 5 Mrd. Euro Verlust. Die EU-Kommission hatte Mitte Dezember einer ersten Kapitalspritze zugestimmt – das endgültige Geschäftsmodell und Bewertungsgutachten muss aber noch abgesegnet werden. Dabei wird auch die künftige Wettbewerbsabgrenzung zwischen BayernLB und Sparkassen untersucht.
Der Chef der bundesweit fünftgrößten Sparkasse, Münchens Harald Strötgen, verwies darauf, dass die BayernLB bisher nur 10 bis 15 Prozent ihres Geschäftes direkt mit den Sparkassen mache. Selbst bei einem starken Ausbau könne dies kaum die Rettung sein. „„Ich bin skeptisch, ob das ausreicht“, sagte er, und: „Alle Geschäfte und Aktivitäten der BayernLB gehören genau auf den Prüfstand“, sagte Strötgen am Rande der Präsentation der Jahreszahlen der Stadtsparkasse. Er übte harte Kritik an der früheren Risikopolitik der Landesbanken. Seit 1990 hätten die Sparkassen ihr Geschäftsvolumen verdoppelt. Die Landesbanken hätten es hingegen auf das vierfache Volumen aufgebläht. Strötgen sprach sich dafür aus, dass es künftig nur noch eine Landesbank gehen soll. Angesichts der aktuellen Lage der Banken mit Staatsbeteiligungen sei dies zumindest kurzfristig aber kaum realisierbar.
Die Münchner Stadtsparkasse mit 14,8 Mrd. Euro Bilanzsumme hielt bisher indirekt 4,3 Prozent an der BayernLB. Durch Wertabschreibungen sinkt der Anteil auf 0,5 Prozent. Die Krise bei der BayernLB drückte auch auf das Ergebnis der Stadtsparkasse. Sie hätte sonst – trotz Finanzmarktkrise – ihr Ergebnis um 13 Prozent gesteigert. Weil 36 Mio. Euro auf die BayernLB-Beteiligung abgeschrieben werden musste, sank der Betriebsgewinn um 16 Prozent auf 105 Mio. Euro. Der Jahresüberschuss kletterte um 20 Prozent auf 50 Mio. Euro.
Von der Verunsicherung der Kunden über die Geschäftsmodelle der Banken profitierte die Stadtsparkasse. Ihre Einlagen stiegen um sieben Prozent auf 11,9 Mrd. Euro. Allein in den letzten Monaten des Jahres brachten die Kunden 760 Mio. Euro zur Sparkasse.
  • FTD.de, 06.03.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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