Die Finanzkrise verändert die weltweite Bankenlandschaft rasant. Pleiten, Fusionen, Ausverkäufe - die Finanzwelt wird von einem Beben erschüttert, bei dem kaum ein Stein auf dem anderen bleibt.
Die angeschlagene US-Sparkasse Washington Mutual sucht nach einem Käufer für sich. Laut "Wall Street Journal" haben Wells Fargo und Citigroup bereits Interesse signalisiert - sowie andere Geldhäuser.
Auch JP Morgan Chase und die britische Großbank HSBC werden genannt. JP Morgan Chase hatte bereits im März dieses Jahres für Washington Mutual geboten. Beraten wird die Sparkasse bei der Suche nach Käufern von den Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley. Die Aktien von Washington Mutual gewannen am Donnerstag an der US-Börse im frühen Geschäft 16 Prozent auf 2,33 $. Vor Jahresfrist wurden die Papiere noch für 40 $ gehandelt.
Washington Mutual ist der größte Finanzierer privater Eigenheime in den USA und hat in den vergangenen vier Quartalen bereits Milliarden abgeschrieben. Ende vergangener Woche meldete sie weitere Abschreibungen über 2,7 Mrd. $. Die Ratingagentur Moody's stufte die Schulden der Sparkasse auf Ramsch-Status herab.
Eine Pleite von Washington Mutual würde das ohnehin massiv angeschlagene US-Finanzsystem erneut dramatisch treffen. Das Institut hatte sich stark im Geschäft mit US-Ramschhypotheken (Subprime) engagiert und Kredite ohne genaue Prüfung vergeben. Eine Insolvenz wäre zudem eine Bedrohung für den US-Einlagensicherungsfonds Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC). Dessen Einlagen sind nach mehreren Pleiten unter das Mindestmaß geschmolzen.
Um Interessenten zu ködern, hat Washington Mutual eine Hürde für den Einstieg bereits beiseite geräumt. So verzichtet Finanzinvestor Texas Pacific Group (TPG) auf seinen Besserungsschein, den er im April von der Sparkasse erhalten hatte. Damals war TPG mit rund 7 Mrd. $ bei Washington Mutual eingestiegen und hält seither als größter Aktionär 13 Prozent der Anteile. Vereinbart worden war damals, dass Washington Mutual TPG 1,5 Mrd. $ zahlen muss, sofern die Sparkasse innerhalb der folgenden 18 Monate einen Käufer findet oder aber mehr als 500 Mio. $ an neuem Kapital aufnimmt. Diese Verpflichtung wäre auf einen Käufer übergangen, hat sich nun aber erledigt, seit Washington-Mutual-Chef Alan Fishman auf der Suche nach einem Käufer für sein Haus ist. Dass die Klausel jetzt gestrichen wurde, nährt zudem die Spekulationen, dass Washington Mutual bereits in Kürze einen Käufer gefunden haben wird.
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