Der 240 Mio. $ schwere Trident European Fund habe allein im Oktober 25 Prozent an Wert verloren, berichtete Bloomberg am Donnerstag unter Berufung auf Insider. Die Kursexplosion der VW-Stammaktien Ende Oktober hatte etlichen Hedge-Fonds hohe Einbußen beschert, die auf fallende Kurse gesetzt hatten. Nach Medienberichten zählten zu den VW-Spekulanten auch Branchengrößen wie Greenlight Capital, SAC Capital und Perry Capital. Odey Asset Management gestand seinen Investoren bereits die fehlgeschlagenen Wetten ein. JO Hambro ist nun als erste Gesellschaft zur Fondsschließung gezwungen. Die Londoner Firma, die insgesamt 3,5 Mrd. $ verwaltet, wollte sich dazu nicht äußern.
Zahlreiche Hedge-Fonds gerieten unter Druck, weil sie auf fallende Kurse von VW-Stämmen und teils auf steigende Kurse der VW-Vorzüge gewettet hatten. Statt zu schrumpfen, wuchs die Preislücke zwischen den Aktiengattungen. Die Stammaktien schnellten zeitweise auf mehr als 1000 Euro, was den Autobauer zum teuersten Unternehmen der Welt machte.
Wetten auf fallende Kurse durch Leerverkäufe zählen zu typischen Hedge-Fonds-Strategien. Im aktuellen Fall haben sich Fonds VW-Stämme gegen Gebühr geliehen und sie in der Hoffnung auf einen sinkenden Kurs am Markt veräußert. Wäre die Rechnung aufgegangen, hätten die Fonds sich zu einem geringeren Preis eingedeckt und die VW-Titel dem Verleiher zurückgegeben. Mit dieser Wette scheiterte auch die Investmentfirma VEM Vermögensverwaltung des Milliardärs Merckle, dem Mehrheitseigner von Heidelberg Cement und Ratiopharm-Besitzer.
Nicht nur die Verluste mit VW-Aktien haben vielen Hedge-Fonds das Jahr vermiest. Die Branche schneidet 2008 mit Verlusten von 20 Prozent schwach ab. Auch Schwergewichte wie Citadel geraten in Probleme. Die Ratingagentur S&P senkte das Geschäftspartner-Rating zweier Citadel-Fonds, die 13 Mrd. $ verwalten und von Januar bis Oktober 2008 je fast 40 Prozent eingebüßt haben - den Großteil davon laut S&P innerhalb kurzer Zeit.