Der Fonds investierte hauptsächlich in den USA
Damit spitzt sich die seit zwei Jahren andauernde Liquiditätskrise bei den offenen Immobilienfonds nochmals zu. Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise im Oktober 2008 mussten wegen starker Mittelabflüsse insgesamt zwölf Fonds die Anteilsrücknahme aussetzen. Zwischenzeitlich war mehr als ein Drittel des Branchenvermögens von knapp 90 Mrd. Euro eingefroren. Der Massenschließungen deckten eine gravierende Schwäche der Produkte auf: Sie investieren langfristig in Immobilien, versprechen aber, Anleger täglich auszuzahlen.
Als eines von drei Produkten ist der US-Grundinvest seit Oktober 2008 durchgängig geschlossen. Nach Ablauf der gesetzlich maximal zulässigen Sperrfrist von zwei Jahren hätte der Fonds somit Ende Oktober wieder öffnen müssen. Mit dem Verkauf von zehn der insgesamt 17 Immobilien in den vergangenen Monaten hatte Kanam versucht, die nötige Liquidität dafür zu schaffen.
Doch die Einnahmen reichten nicht aus, um alle ausstiegswilligen Anleger auszuzahlen. Bei einer Investorenumfrage Ende September lag das ermittelte Rückgabevolumen nach Angaben von Kanam bei rund 300 Mio. Euro. Dafür hätte das Management weitere Objekte verkaufen müssen. Für einen wirtschaftlichen Betrieb wäre der Fonds damit zu klein geworden. Deshalb habe man sich für die Abwicklung entschieden, sagte ein Sprecher.
Diese Entscheidung ist ein Präzedenzfall. Zwar wurden in der mehr als fünfzigjährigen Geschichte der offene Immobilienfonds Produkte durch Fusionen aufgelöst. Eine Liquidation hat es jedoch noch nie gegeben. Kanam hat das Verwaltungsmandat für den Fonds zum 31.März 2012 gekündigt. Bis dahin sollen die übrigen sieben Immobilien verkauft werden. Für ein Objekt sei bereits ein Vorvertrag unterzeichnet. Der Rest werden zeitnah, aber ohne Zeitdruck verkauft, sagte ein Sprecher von Kanam.