Der US-Kreditkartenkonzern American Express hat dank der Ausgabenfreude seiner Kunden zum Jahresauftakt mehr verdient. Im ersten Quartal verbuchte der Konkurrent von Visa und Mastercard einen Überschuss von 1,26 Mrd. Dollar nach 1,18 Mrd. Dollar im gleichen Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen am Mittwoch nach Börsenschluss mitteilte. Die Einnahmen steigerte American Express um acht Prozent auf 7,61 Mrd. Dollar. Damit übertraf der Konzern die Erwartungen von Analysten. Die Experten waren im Durchschnitt von einem Gewinn je Anteilsschein von einem Dollar und Einnahmen von 7,57 Mrd. Dollar ausgegangen.
American Express erklärte den Ergebnisanstieg mit einer steigenden Kauflust der Karteninhaber im Zuge von besseren Konjunkturdaten. "Die Ausgaben innerhalb des Netzwerks erhöhten sich um zwölf Prozent. Sie blieben stark während des Quartals, sowohl in den USA als auch international", sagte American-Express-Chef Kenneth Chenault. Für künftige Kreditverluste stellte das Unternehmen allerdings 412 Mio. Dollar zurück. Das ist vier Mal so viel wie im vergangenen Jahr.
Finanzchef Dan Henry sagte in einem Analystengespräch, die Zahl der ausgestellten Karten sei um sieben Prozent auf 98 Millionen gestiegen. Er gab eine weitere Verstärkung der Aktivitäten im elektronischen Handel bekannt. Das Unternehmen hat bereits Verträge mit sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter. Auch das Online-Angebot wird ausgebaut. "Im vergangenen Jahr ist das digitale Geschäft um 22 Prozent gewachsen", sagte Henry. Er erwarte ein weiteres überdurchschnittliches Wachstum in diesem Bereich.
American Express gehört zusammen mit Visa und Mastercard zu den drei großen Kreditkartenkonzernen. Auch Visa und Mastercard hatten zuletzt über gute Geschäfte berichtet. Ihre aktuellen Zwischenbilanzen stehen noch aus. Im Unterschied zu den Konkurrenten vergibt American Express den eigentlichen Kredit selbst, während Visa und Mastercard nur als Abwickler fungieren. Der Kredit kommt von den Partnerfirmen, welche die Karten ausgeben. Das sind zumeist Banken.