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Merken   Drucken   03.07.2012, 10:00 Schriftgröße: AAA

Maschmeyers Ex-Finanzvertrieb: Der Name AWD ist verbrannt

Der Name AWD wird verschwinden. Traurig stimmt das wohl niemanden. Das Unternehmen hat ein miserables Image  und leidet wie seine Konkurrenten unter den Umwälzungen in der Branche. Die Marktbereingung ist überfällig.
© Bild: 2012 Bloomberg/None
Leitartikel Der Name AWD wird verschwinden. Traurig stimmt das wohl niemanden. Das Unternehmen hat ein miserables Image und leidet wie seine Konkurrenten unter den Umwälzungen in der Branche. Die Marktbereingung ist überfällig.

Es ist sehr unwahrscheinlich, dass jemand der Marke Allgemeiner Wirtschaftsdienst, besser bekannt als AWD, lange nachtrauern wird. Selbst der, der immer noch am meisten mit ihr verbunden wird, der Unternehmer Carsten Maschmeyer, wird sich damit trösten, dass er seinen umstrittenen Finanzvertrieb gerade noch rechtzeitig losschlagen konnte. Während sich der Schweizer Versicherungskonzern Swiss Life  nun seit einigen Jahren am prekären AWD-Erbe abarbeiten muss, hat Maschmeyer noch genug Geld aus seinen Strukturvertriebszeiten herausholen können. Unwahrscheinlich auch, dass Swiss Life den Namen seines spektakulären Fehlkaufs schmerzlich vermissen wird. Der schadet schließlich mehr beim Neugeschäft, als dass er hilft.

Genauso gering ist aber auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Umbenennung irgendetwas am grundsätzlichen Problem der Swiss-Life-Tochter ändern wird. AWD hat nämlich nicht nur ein miserables Image, sondern der Finanzstrukturvertrieb leidet auch exemplarisch unter den dramatischen Veränderungen in der Branche. Da ist zum einen die Verunsicherung der Kundschaft, die sich in Zeiten von Finanzkrise und Rettungsschirmen kaum mehr langfristige Finanzprodukte aufschwatzen lässt.

Selbst das einstige Lieblingsfinanzprodukt der Deutschen und die bisher verlässliche Provisionsquelle der Branche, die Lebensversicherung, wird zum Ladenhüter. Gleichzeitig steigt der regulatorische Druck auf das Beratungsgeschäft und seine Margen, so zum Beispiel durch den gesetzlichen Provisionsdeckel für die private Krankenversicherung. Und: Immer weniger Kunden sind bereit, sich in Beratungsgesprächen mit Nebelkerzen ("Vorsorge-rundum-sorglos-Paket") zufriedenzugeben. Sie stellen die schlichte und richtige Frage: Ist diese Dienstleistung wirklich so viel wert, wie der Vertriebsmitarbeiter gerade behauptet?

Das wird unweigerlich zu einer längst fälligen Marktbereinigung bei den Finanzvertrieben führen. Denn es gibt schlicht zu viele Vertriebsleute, die schon viel zu lange viel zu teure und viel zu austauschbare Finanzprodukte verkaufen - und dafür viel zu viel Provision kassieren. Überleben werden diese Konsolidierung nur jene Finanzdienstleister, die transparente und flexible Vorsorgeangebote machen können. Und dies zu deutlich geringeren Kosten.

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  • Aus der FTD vom 03.07.2012
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Kommentare
  • 07.07.2012 08:23:54 Uhr   Pirchner Martin: AWD

    Ich kann nur eins sagen DEUTSCHE VERMÖGENSBERATUNG BANK AG ansonsten gibts keine alternative!!!!

  • 05.07.2012 12:23:47 Uhr   Glücklicher Mensch: AWD
  • 05.07.2012 10:46:11 Uhr   Stefan Weiß: Allfinanzgedanke
  • 05.07.2012 00:14:44 Uhr   Hans-Peter Rüber: AWD
  • 04.07.2012 17:22:42 Uhr   Christian: AWD Berater
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