FTD.de » Unternehmen » Finanzdienstleister » US-Bank verlangt Gebühren für Bareinlagen

Merken   Drucken   05.08.2011, 15:57 Schriftgröße: AAA

Minusgeschäft: US-Bank verlangt Gebühren für Bareinlagen

Die amerikanischen Banken haben ein Problem: Die Kunden kaufen keine Investmentprodukte mehr und lagern ihr Geld lieber auf einem Girokonto. Das ist für die Häuser aber in Minusgeschäft. Die Bank of New York Mellon verlangt nun Geld für Bareinlagen.
Die Bank of New York Mellon  (BNY) will nach Informationen des "Wall Street Journal" (WSJ) von großen Kunden verlangen, dass sie Gebühren zahlen, wenn sie Bargeld auf ihren Konten halten. Hintergrund ist, dass viele große Unternehmen und Investoren, anstatt ihr Geld in Fonds oder Aktien anzulegen, es lieber auf einem Konto lagern.
Der Firmensitz der Bank of New York Mellon in New York   Der Firmensitz der Bank of New York Mellon in New York
Auf dem Girokonto gibt es zwar keine Zinsen, aber eben auch keine Verluste. Zudem ist es durch die amerikanische Einlagensicherung, die Federal Deposit Insurance Corp (FDIC), gesichert. Seit Jahresbeginn ist das bei amerikanischen Banken gelagerte Bargeldvolumen um 83 Prozent auf 1980 Mrd. Dollar angestiegen. Nach Angaben des WSJ hat die Bank of New York Mellon Bargeldeinlagen in Höhe von mehr als 160 Mrd. Dollar.
Laut "Wall Street Journal" begründet die Bank den Schritt damit, dass sie mit den Geldern auf den Konten nicht agieren kann, da Kunden sie ja sehr schnell wieder abziehen könnten Außerdem muss das Haus für die Konten selbst Kapital zurückstellen, um jederzeit flüssig zu sein - Geld, das an anderer Stellen ertragreicher verwendet werden könnte. Zudem müssen sie selbst für das Geld eine Gebühr an die FDIC zahlen, laut WSJ in Höhe von 0,1 Prozent.
Somit ist das Girokonto für die Banken derzeit ein saftiges Minusgeschäft. Betroffen von dem Schritt der Bank seien Kunden, die mehr als 50 Mio. Dollar auf ihren Konten haben. Sie sollen Gebühren von mindestens 0,13 Prozent zahlen. Wer weniger Geld auf der Bank hat, ist von der neuen Regelung nicht betroffen. Ob andere Banken der BNY folgen werden, ist noch unklar.
Dies ist ein weiteres Zeichen für die Unsicherheit der Anleger, die derzeit nahezu jedes Investment scheuen. Als absolute Sicherheit geltende Anlagen, wie etwa US-Treasuries oder deutsche Bundesanleihen, weisen zeitweise sogar eine negative Rendite auf. Das bedeutet: Die Anleger zahlen letztlich sogar dafür, dass sie dem Staat Geld leihen dürfen.
23:32:18 Kursinformationen und Charts
Name aktuell  absolut  
BK N.Y. MELLON DL -,01 20,36 USD   -0,15%  -0.03
  • FTD.de, 05.08.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  
FTD-Versicherungsmonitor
FTD-Versicherungsmonitor

Der FTD-Versicherungsmonitor hat alle wichtigen Namen und Nachrichten auf dem Radar und bündelt die wichtigsten Informationen aus verschiedenen Quellen. So erhalten Sie einen exzellenten Überblick über die Assekuranz, analytisch kommentiert von FTD-Versicherungskorrespondent Herbert Fromme.

Jetzt kostenlos abonnieren
Tweets von FTD.de Unternehmens-News

Weitere Tweets von FTD.de

  16.05. Wissenstest Sind Sie Flughafenkenner?

Die verschobene Eröffnung des Berliner Großflughafens BER schlägt Wellen. Die internationalen Flughäfen sind nicht nur dynamische Orte, sondern auch Großunternehmen. Kennen Sie sich gut mit Airports aus?

Zunächst eine Frage zum weltgrößten Flughafen. Derjenige mit dem größten Passagieraufkommen ist …

Wissenstest: Sind Sie Flughafenkenner?

Alle Tests

Tools für Unternehmer
 
Gründung Finanzierung Steuern Firmenwert Vorlagen
Verträge und Vorlagen Sie benötigen Dokumente und nützliche Arbeitshilfen für Ihren Geschäftsalltag? Wählen Sie aus fast 5.000 rechtssicheren und aktuellen Verträgen, Vorlagen, Checklisten, Rechentabellen oder Ratgebern. mehr

Newsletter:   Eilmeldungen Unternehmen

Autobauer unterschreibt milliardenschwere Übernahme? Mit uns wissen Sie es, bevor die Tinte trocken ist.

Beispiel   |   Datenschutz
  • Ackermann-Nachfolger: Anshu Jain - Wider die Deutschtümelei

    Eine Bilanz vor dem Amtsantritt? Verbietet sich. Eigentlich. Nicht so bei Anshu Jain. Denn Josef Ackermanns Nachfolger hat schon vor dem Start bei der Deutschen Bank viel verändert. mehr

  •  
  • blättern
  Bilderserie Deutsche Bank Ackermanns Meilensteine

Bilderserie

  17:51 Wirtschaft Spendierhosen bei VW sitzen enger
Wirtschaft: Spendierhosen bei VW sitzen enger (00:01:36)

Der Tarifabschluss für die Angestellten des Automobilkonzerns entspricht weitgehend dem Flächenvertrag in der Metall- und Elektrobranche. Laut IG-Metall ist er aber "einen Schnaps besser". mehr

FTD-Blogs
Weitere FTD-Blogs

alle FTD-Blogs

 



markets
  DAX 6264,38  [-16.42 -0,26%
  Dow Jones 12393,45  [-26.41 -0,21%
  Nasdaq Composite 2827,34  [-10.02 -0,35%
  Euro Stoxx 50 2118,94  [2.76 +0,13%
VERSICHERUNGEN

mehr Versicherungen

INDUSTRIE

mehr Industrie

FINANZDIENSTLEISTER

mehr Finanzdienstleister

HANDEL+DIENSTLEISTER

mehr Handel+Dienstleister

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote