"Trotz der in letzter Zeit extrem volatilen Marktverhältnisse rechnet UBS zurzeit damit, im dritten Quartal einen kleinen Gewinn auszuweisen, basierend auf vorläufigen Schätzungen", teilte die Bank mit. Anleger honorierten die Geschäftsentwicklung mit kräftigen Zukäufen: Die UBS-Aktie legte um neun Prozent zu.
Über die Höhe der im dritten Quartal anfallenden Abschreibungen machte UBS keine Angaben. Analysten schätzen den Betrag auf rund 3 Mrd. Franken. Auch auf einen Arbeitsplatzabbau in der Investmentsparte, von dem Zeitungen berichtet hatten, ging UBS nicht ein.
Die Bank habe ihre Wertpapiere mit Bezug zum amerikanischen Hypothekensektor durch Verkäufe deutlich reduzieren können, hieß es im Vorfeld der außerordentlichen Generalversammlung. Mitte des Jahres hatte die Bank in diesem Sektor netto noch mit mehr als 30 Mrd. $ im Risiko gestanden.
Im Zusammenhang mit der Kreditkrise musste UBS insgesamt 45 Mrd. Franken abschreiben. Das konnte nur durch zwei Kapitalerhöhungen im Umfang von rund 29 Mrd. Franken aufgefangen werden. Die frühzeitigen Kapitalerhöhungen haben es der Bank aber ermöglicht, im Gegensatz zu Geldhäusern im Ausland ohne Beistand der Regierung durch die Kreditkrise zu kommen. Das Jahr 2009 insgesamt werde profitabel ausfallen, teilte die Bank mit.
UBS wolle zu jedem Zeitpunkt eine starke Kapitalbasis erhalten, ebenso wie angemessene Liquidität und eine solide Bilanz, teilte die Bank mit. Die Schweizer Großbanken stehen derzeit unter dem Druck der Bankenaufsicht EBK, die eine deutlich höhere Eigenmittelausstattung verlangt und die Banken aufgefordert hat, in diesem Zusammenhang auch Zurückhaltung bei der Dividende zu üben.
Das Jahr 2007 hat UBS mit einem Verlust von rund 4,4 Mrd. Franken abgeschlossen. Im ersten Quartal 2008 hatte das Minus 11,54 Mrd. Franken betragen. Im zweiten Quartal 2008 lag der Verlust noch bei 358 Mio. Franken, wobei auch eine Steuergutschrift von mehr als 3 Mrd. Franken eine Rolle spielte.