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Merken   Drucken   11.08.2011, 17:31 Schriftgröße: AAA

Nach Kursrutsch: Frankreich sorgt sich um seine Banken

Die Börsenaufsicht droht mit Sanktionen gegen die Verbreitung "unbegründeter Gerüchte". Trotzdem wächst das Misstrauen gegenüber französischen Banken. Staatspräsident Sarkozy kündigt ein Krisentreffen mit Bundeskanzlerin Merkel an. von Barbara Schäder  Hamburg
Nach dem Einbruch französischer Bankaktien hat die Börsenaufsicht vor der Verbreitung "unbegründeter Gerüchte" gewarnt. "Die Verbreitung von Fehlinformationen kann einen Regelverstoß darstellen und Sanktionen nach sich ziehen", teilte die Behörde am Donnerstag mit. Die Bank Société Générale  hatte nach heftigen Kurverlusten die Börsenaufsicht eingeschaltet. Nach Ankündigung eines Krisentreffens des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy  mit Bundeskanzlerin Angela Merkel drehten die Papiere ins Plus.
Kursinformationen und Charts
  Société Générale 16,06 EUR  [0.145 +0,91%
  BNP Paribas 25,725 EUR  [0.77 +3,09%
Merkel werde am kommenden Dienstag zu Gesprächen über die Euro-Krise nach Paris reisen, teilte der Elysée-Palast mit. In den vergangenen Tagen hatten sich an den Märkten Sorgen um das Spitzenrating Frankreichs geregt. Am Donnerstag gingen die Risikoprämien auf französische Staatsanleihen aber wieder zurück. Die großen Ratingagenturen hatten am Mittwoch die Bonitätsnote "AAA" für Frankreich bestätigt.
Die Kurse der französischen Banken waren dennoch heftigen Schwankungen ausgesetzt. Nach einer kurzen Rally nach Handelseröffnung stürzten sie am Vormittag wieder ab, um nach Ankündigung des Krisentreffens ihre Verluste größtenteils wieder wettzumachen. Notenbankchef Christian Noyer warb um Vertrauen für die Branche: Die Kapitalausstattung der Kreditinstitute sei angemessen, teilte er mit.
Am Mittwoch war der Aktienkurs von Société Générale um 15 Prozent eingebrochen. BNP Paribas  verlor zehn, Crédit Agricole  zwölf Prozent. Verursacht wurde der Kursrutsch durch Gerüchte, SocGen leide unter einem Liquiditätsengpass und benötige möglicherweise Staatshilfen.
SocGen-Chef nennt Gerüchte "Müll"
Vorstandschef Frédéric Oudéa bezeichnete diese Spekulationen im US-Sender CNBC als "absoluten Müll". In einer Pressemitteilung wies die Bank darauf hin, dass sie im ersten Halbjahr trotz hoher Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen einen Gewinn von 1,6 Mrd. Euro erwirtschaftet habe. Knapp die Hälfte davon entfiel aufs zweite Quartal.
Dennoch wächst offenbar das Misstrauen gegenüber den französischen Geldhäusern, die stark in Euro-Krisenstaaten wie Griechenland engagiert sind. Die Nachrichtenagentur Reuters meldete am Donnerstag, eine asiatische Bank habe die Kreditvergabe an die großen französischen Banken erheblich eingeschränkt. Die Darlehen würden ab sofort von Einzelfallprüfungen abhängig gemacht, zitierte Reuters einen Mitarbeiter einer Bank in Singapur.

Teil 2: Griechen-Hilfen könnten für einige Banken teurer werden

  • FTD.de, 11.08.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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