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Merken   Drucken   26.10.2009, 17:05 Schriftgröße: AAA

Nach Staatsrettung: EU zwingt ING zur Aufspaltung  

So kann es gehen, wenn man beim Steuerzahler mit Milliarden in der Kreide steht: Der Finanzkonzern muss Bank- und Versicherungsgeschäft voneinander trennen. Konkurrenten wie Royal Bank of Scotland dürften genau hinschauen - auch ihnen drohen harte Einschnitte. von Christine Mai 
Auf Betreiben der Europäischen Kommission spaltet sich der niederländische Finanzkonzern ING  in zwei Teile auf. ING werde in eine Bank- und eine Versicherungssparte geteilt, gab das Institut am Montag unerwartet bekannt. Über die kommenden vier Jahre wird sich ING damit in ein kleineres, auf Europa fokussiertes Unternehmen verwandeln.
Die Aufspaltung ist der bisher drastischste Schritt, den die Kommission einem staatlich gestützten Finanzinstitut abverlangt. Die Aktion gibt einen Vorgeschmack auf das, was anderen Banken droht, die ebenfalls Milliarden vom Staat erhalten haben: Royal Bank of Scotland  und Lloyds  etwa, die zu 70 beziehungsweise 43 Prozent dem britischen Staat gehören, dürften zum Verkauf von Geschäftsteilen gezwungen werden. Auch die belgische KBC  sowie die französisch-belgische Dexia  warten auf Entscheidungen aus Brüssel. Die Commerzbank  wurde bereits angewiesen, ihre Bilanzsumme um rund 45 Prozent zu kürzen.
ING kündigte zugleich an, mit Hilfe einer Kapitalerhöhung von 7,5 Mrd. Euro bis Jahresende die Hälfte der vom Staat erhaltenen Hilfen zurückzahlen zu wollen. Die übrigen 5 Mrd. Euro an Staatshilfen sollten "relativ schnell" zurückgezahlt werden. Eine Vereinbarung mit der Regierung dazu gebe es aber noch nicht. Die niederländische Regierung hatte den in Schieflage geratenen Konzern im Oktober 2008 mit 10 Mrd. Euro gestützt.

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  • FTD.de, 26.10.2009
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