Kapitalplan der Commerzbank zur Erfüllung der EBA-Kapitalanforderungen
Folglich sinkt das Risikogewicht in den Büchern. Gleichzeitig steigt dadurch die Kernkapitalquote, ohne dass die Bilanzsumme schrumpft oder frische Eigenmittel zufließen. Experten bezeichnen das auch von europäischen Konkurrenten der Commerzbank praktizierte Vorgehen als rechtlich einwandfrei. Sie sehen darin aber zugleich einen Beleg für die Fragwürdigkeit interner Ratings.
Die Pläne des Instituts "sind eigentlich nicht im Sinne des Erfinders. Damit wird das System karikiert, denn es heißt nicht, dass sich jeder das Beste herauspicken darf", sagt Martin Faust, Professor an der Frankfurt School of Finance. "Allerdings ist es legitim und zeigt, wie viel Ermessensspielräume es gibt."
Die Commerzbank hatte in der Vorwoche erläutert, wie sie bis Ende Juni die von der EU-Bankenaufsicht EBA geforderte harte Kernkapitalquote von neun Prozent erreichen will. Im EBA-Stresstest wies das deutsche Unternehmen eine Lücke von 5,3 Mrd. Euro aus, nun möchte es sein hartes Eigenkapital sogar um bis zu 6,3 Mrd. Euro stärken. Etwa 3,1 Mrd. Euro soll der Abbau der risikogewichteten Bilanz einbringen, also die Verringerung jener Vermögenswerte, die mit hartem Eigenkapital zu unterlegen sind. Dabei setzt die Bank zum einen auf Verkäufe und zum anderen eben auf die Neubewertung von Kreditausfallrisiken.