Für die ersten drei Monate des Jahres verbuchte Nomura einen Nettoverlust von 153,9 Mrd. Yen (939,8 Mio. Euro). Als Grund für den unerwarteten Verlust gab das Unternehmen Abschreibungen auf mit US-Hypotheken besicherte Wertpapiere in Höhe von 22 Mrd. Yen an. Zugleich musste Nomura Rückstellungen im Volumen von 132 Mrd. Yen bilden, weil der Risikoschutz durch US-Anleiheversicherer auszufallen droht.
Analysten hatten für das Schlussquartal des Nomura-Geschäftsjahrs dagegen mit einem Überschuss von 19 Mrd. Yen gerechnet. Für das gesamt Geschäftjahr summieren sich die Verluste damit auf 67,85 Mrd. Yen. Es ist das erste Mal seit neun Jahren, dass Nomura im ganzen Jahr roten Zahlen schreibt.
Die Auswirkungen der Immobilienkrise in den USA hatten bereits den früheren Nomura-Chef Noboyuki Koga den Posten gekostet. Er hatte Anfang März den Platz für Kenichi Watanabe gemacht, der zuvor die Verbraucherkreditsparte des Konzerns geleitet hatte. Analysten hatten den Personalwechsel auch als Kurswechsel gewertet: Während der 55-jährige Watanabe in seiner Karriere niemals außerhalb Japans gearbeitet hat, hatte sein Vorgänger Koga während seiner fünfjährigen Amtszeit versucht, Nomura zu internationalisieren und dabei vor allem auf den US-Markt gezielt.
Kogas Versuche gelten insgesamt als misslungen, was auch die jüngsten Zahlen belegen. Experten hatten bereits damit gerechnet, dass Watanabe den Bankkonzern wieder verstärkt auf den Heimatmarkt ausrichten wird. In Japan hat Nomura vor allem bei Börsengängen sowie Fusionen und Übernahmen eine starke Position. Beide Geschäftsfelder sind aber zum Jahresauftakt eingebrochen: Sowohl das Volumen von Börsengängen und anderen Wertpapieremissionen als auch das der Unternehmensverschmelzungen hat sich im ersten Quartal glatt halbiert.
Zuletzt hatte auch der gute Ruf des Hauses schweren Schaden genommen: Ein Aktienhändler der Bank war wegen des Verdachts auf Insiderhandel festgenommen worden. Das hat bereits dazu geführt, dass mindestens ein Großkunde Nomura den Rücken kehrte. Auch die Risiken aus problembehafteten US-Wertpapieren sind offenbar noch nicht ausgekehrt: Finanzvorstand Masafumi Nakada räumte am Freitag nach Handelsschluss an der Tokioter Börse ein, das Management könne "nicht wirklich sagen, dass wir in Zukunft keine Risiken mehr hätten".