Die Mitarbeiter der Deutschen Bank ziehen zurück in die sanierten Bürotürme in Frankfurt. Dort soll jetzt alles öko sein. Nur mit den Toilettenspülungen will es noch nicht so recht klappen.
von Nina LuttmerFrankfurt
Ein Drei-Liter-WC ist eine ökologisch wertvolle Sache. Wasser sparend wird das "Geschäft" weggespült. Zumindest im Idealfall oder wenn das Geschäft klein ist. Ansonsten funktioniert es nicht so gut. Das zumindest wissen Mitarbeiter der Deutschen Bank zu berichten, die wieder in die gerade ökologisch renovierten Zwillingstürme der Bank in Frankfurt umgezogen sind. "Man spült doch lieber zwei- oder dreimal", sagt ein Mitarbeiter, der die Drei-Liter-WCs dort regelmäßig benutzt.
Drei Jahre lang waren die Türme komplett leer geräumt, um sie zu "einem der umweltfreundlichsten Hochhäuser der Welt" umzubauen, wie die Deutsche Bank sagt. "Greentowers" nennt die Bank die Gebäude nun, die im Volksmund nach wie vor "Soll und Haben" heißen. Seit Ende November ziehen die Mitarbeiter nach und nach wieder ein.
"Greentowers" nennt die Bank die Gebäude nun, die im Volksmund nach wie vor "Soll und Haben" heißen
Glücksgefühle über das neue Heim wollen sich bislang bei den allermeisten aber nicht einstellen. Und das liegt nicht nur an den Toiletten. Nach wie vor wird überall gewerkelt. "Ich arbeite auf der größten Baustelle in Frankfurt", sagt ein Deutsch-Banker. Im Dezember seien daher viele Mitarbeiter in Gummistiefeln ins Büro gekommen.
Abwechslung in den Bankeralltag bringt auch der regelmäßig klingelnde Feueralarm samt anschließender Evakuierung. Oder der Klimawandel in den Büros, die jetzt "Neighbourhoods" heißen. "Mal friert man an seinem Stuhl fest, mal fühlt es sich wie Sauna an. Mal ist es feucht, mal trocken. Irgendwas stimmt mit der Klimaanlage nicht", sagt eine Betroffene. In den Aufzügen gebe es regelmäßig "Po-Alarm". Da der Alarmknopf genau auf Gesäßhöhe angebracht sei, stünden Aufzugfahrende in regem Kontakt mit der Notrufzentrale.
Geschmackssache ist auch das Design der Büros. Die Möbel sind weiß, der Fußboden grau, das Licht grell. "Das hat den Charme einer Pathologie", so ein Mitarbeiter. "Ich denke morgens immer, gleich reicht mir jemand meinen Kittel, und ich mache meine erste Transplantation", berichtet ein anderer.
Beliebter Anlaufpunkt sind dagegen die neuen, topmodernen Teeküchen ("Business-Lounges"). Aus Wasserspendern können Mitarbeiter im Optimalfall Trinkwasser beziehen, ansonsten auch mal Salzwasser. Und anders als auf den Toiletten gibt es dort warmes Wasser. "Da flüchten vor allem die Frauen hin, um sich die Hände aufzuwärmen", sagt eine Angestellte. In der Vorstandsetage soll es übrigens auch auf dem WC Warmwasser geben. Aber das ist bislang nur ein Gerücht.
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