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Merken   Drucken   10.11.2012, 11:22 Schriftgröße: AAA

Onlinebanking mit dem Smartphone: Die Bank in der App

Mobile Überweisungsträger: Viele Finanzinstitute bieten Bankingprogramme für Smartphones und Tablets an - das gehört mittlerweile zum Standard. Doch dabei kommt es vor allem auf die richtigen Sicherheitsstandards an. Ein Marktüberblick
© Bild: 2012 DPA/Susanna Bates
Mobile Überweisungsträger: Viele Finanzinstitute bieten Bankingprogramme für Smartphones und Tablets an - das gehört mittlerweile zum Standard. Doch dabei kommt es vor allem auf die richtigen Sicherheitsstandards an. Ein Marktüberblick
von Brigitte Watermann

Immer mehr Menschen regeln per Smartphone ihr halbes Leben. Da liegt es nahe, dass sie auch ihre Finanzgeschäfte mobil erledigen möchten. Die deutschen Banken und Sparkassen haben darauf reagiert. Sie bieten ihren Kunden maßgeschneiderte Apps an, also Miniprogramme fürs Smartphone, wobei die Abkürzung für das Wort Applikationen steht.

Konnte man 2009 und Anfang 2010 damit noch einen Wow-Effekt erzielen, gehören sie mittlerweile zum Standard: "Eine Banking- oder Brokerage-App mit Fokus auf Transaktionsabwicklung anzubieten ist heute kein nachhaltiger Differenzierungsfaktor mehr für eine Bank", glaubt Oliver Mihm, Vorstandsvorsitzender der auf Finanzdienstleister spezialisierten Managementberatung Investors Marketing. "Es gehört einfach dazu, wenn man seine Kunden halten und neue gewinnen möchte." Das gilt nicht nur für Onlinebanken, sondern auch für Filialinstitute. "Differenzieren kann man sich nur noch durch spezielle Services und Funktionen", meint Kerstin Lerch-Palm von der Postbank. Das zeigt sich auch daran, dass die meisten Apps von Banken kostenlos sind. Ausnahme ist die multibankfähige S-Banking-App der Sparkassen, die ein paar Cent kostet.

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Die Banken mühen sich nach Kräften, up to date zu bleiben und Neues zu bieten. Inzwischen setzen sie dabei nicht nur aufs iPhone, sondern sie kreieren eigene Apps für Android-Geräte oder, wie die Comdirect Bank , eine mobile App, die für mehrere Betriebssysteme taugt. An Bedeutung gewinnen auch spezielle Apps für Tablet-Rechner wie Apples iPad. "Wir sehen ganz klare Unterschiede im Nutzungsverhalten", sagt Rainer Hohenberger, Leiter E-Business beim Onlinebroker Cortal Consors. "iPads werden vorwiegend abends genutzt - und dann wesentlich intensiver als Smartphones und gern auch für Transaktionen."

Jeder siebte Kunde der Direktbank nutzt die hauseigenen Applikationen, auf denen Transaktionen aktuell nur eine Pauschale von 4,95 Euro  zuzüglich Fremdspesen kosten. Es gibt aber noch Lücken im Angebot. So lässt sich über die Onvista-App keine Transaktion der Onvista Bank abwickeln. Geplant ist das immerhin. Im Reifestadium steckt auch das App-Angebot der Volkswagen Bank. Dagegen hat die Netbank  vorerst nicht vor, eine App anzubieten. Bei 1822direkt und S-Banking gibt es noch kein Brokerage über die App. Bei Sino stehen Apps weniger im Fokus, weil die Kunden, fast nur Daytrader, ohnehin am Rechner arbeiten und auf komfortable und schnelle Ordereingabe Wert legen.

App zur Bank: Applikationen ausgewählter Finanzdienstleiter im ...   App zur Bank: Applikationen ausgewählter Finanzdienstleiter im Überblick

Apps werden regelmäßig überarbeitet und erweitert. Der Onlinebroker Flatex zum Beispiel, der als einer der Pioniere die erste Applikation Ende 2008 auf den Markt brachte, will noch 2012 den CFD-Handel einbeziehen. Beim Schwesterbroker Vitrade ist das bereits möglich.

Sicherheit geht vor

Bei der "Fotoüberweisung" der Deutschen Bank  werden vorgedruckte Überweisungsträger abfotografiert und per Texterkennung digitalisiert. Das erspart das Eintippen von Kontonummern und Bankleitzahlen. Komplett überarbeitet haben die Sparkassen ihr Angebot. Mit mehr als drei Millionen Downloads zählt ihre App-Familie zu den wichtigsten. Details zu überarbeiteten Angeboten machen sie aber erst bekannt, wenn die Offerten in die App-Stores eingestellt werden, was in Kürze der Fall sein wird.

Außerdem arbeiten die Sparkassen an einem neuen mobilen Sicherungsverfahren namens Push-TAN. Es erlaubt, Transaktionsnummern, abgekürzt TANs, auf demselben mobilen Endgerät zu empfangen, das fürs Mobilbanking benutzt wird. Bisher setzen die meisten Anbieter - Ausnahme ist die DAB Bank - aus Sicherheitsgründen darauf, die für die Freigabe von Aufträgen nötigen TANs auf getrenntem Weg zu übermitteln. Banking per App gilt derzeit zwar als vergleichsweise sicher. Aber "die Betrüger schlafen nicht", betont Jürgen Schmidt, leitender Redakteur beim Computertechnikmagazin "c't" und Chefredakteur des Portals Heise Security. Er rät, eine Codesperre einzurichten. Wer seine Daten zwischen über iTunes synchronisiert, sollte Back-ups auf dem Computer immer verschlüsseln.

Auch Apps werden sich weiterentwickeln. Für spannend hält Cortal-Consors-Mann Hohenberger etwa Anwendungen im sogenannten Mobile Payment - also Bezahlverfahren über Smartphones - sowie Apps, die individuelles Finanzmanagement ermöglichen. In diesen Bereich fallen etwa Kontenaggregation und ganzheitliche Vermögensbetrachtung. Apps, die bei verschiedenen Banken laufen - Beispiele sind iOutbank und Finanzblick -, bieten heute schon einen Vorgeschmack.

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  • Aus der FTD vom 10.11.2012
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