Die Agenturen hätten viele Fehler gemacht, sagte Erich Loeper, Zentralbereichsleiter Banken und Finanzaufsicht bei der Bundesbank, am Dienstag auf einer Tagung seiner Behörde. Er verstehe nicht, warum der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht nach wie vor die Ratings für die Eigenkapitalunterlegung dieser Vermögenswerte als Basis heranziehe.
Ziel der Bundesbank ist es, die Banken bei der Kapitalunterlegung für strukturierte Produkte zu entlasten. Derzeit ist das Rating jedes Produktes maßgeblich dafür, wie viel Eigenkapital ein Institut dafür vorhalten muss. Die Bundesbank schlägt vor, alle strukturierten Wertpapiere unabhängig von ihrem Rating bei der Kapitalunterlegung gleich zu behandeln. Dies soll zumindest so lange gelten, bis sich die Märkte beruhigt haben.
Wegen der Krise verschlechtern sich die Ratings der Papiere derzeit rapide. Problematisch ist, dass die Eigenkapitalanforderungen mit sinkenden Ratings nach den geltenden Regeln dramatisch steigen. Ein Papier etwa im Wert von 10 Mio. Euro muss bei einem Rating von "AAA" bis "AA-" mit 160.000 Euro Eigenkapital, bei einem Rating von "BB+" bis "BB-" schon mit 2,8 Mio. Euro und bei einem schlechteren Rating mit den vollen 10 Mio. Euro unterlegt werden.
"Die Bundesbank hat dem Baseler Ausschuss einen Vorschlag unterbreitet, dass man zumindest für eine Übergangszeit zu Standardrisikogewichten zurückkehrt", sagte Loeper. Im Baseler Ausschuss sind die Finanzaufseher von 27 Ländern vereinigt. In dem Gremium steht die Bundesbank derzeit allein mit ihrem Reformwunsch. Dies könnte sich ändern, wenn weitere Herabstufungen die Banken hart treffen.
Die Bundesbank schließt sich mit ihren Vorschlägen einem Wunsch der Banken an. Diese hatten sich in der Sache bereits an Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gewandt.