Hilferuf aus München: Die Bundesregierung stützt die Pleitebank HRE mit weiteren Staatsgarantien. Andernfalls würde dem Institut noch in diesem Monat der Bankrott drohen.
Die Bundesregierung wird die Münchner Pleitebank Hypo Real Estate (HRE) mit zusätzlichen Staatsgarantien in Höhe von 40 Mrd. Euro stützen, zusätzlich zu den bereits Ende 2008 garantierten 102 Mrd. Euro. Der Bankenrettungsfonds Soffin bestätigte am Freitag entsprechende Medienberichte. Das Garantievolumen werde bis zum Jahresende um den entsprechenden Betrag erhöht. Die HRE gab am Freitagabend zunächst keinen Kommentar ab.
Infografik - So schnitten die Deutschen beim Stresstest 2010 ab
Zuvor hatte "stern.de" aus Regierungskreisen erfahren, dass die Garantien wegen massiver Liquiditätsprobleme des Instituts nötig würden. Im schlimmsten Fall sei die Bank bis 22. September zahlungsunfähig. Grund seien unter anderem höhere Risikoaufschläge bei Anleihen kriselnder Euro-Staaten, die von der HRE gehalten werden. Wenn die Risikoaufschläge für Staatsanleihen steigen, fallen gleichzeitig deren Kurse. Für Investoren, die die Anleihen in ihren Büchern halten, verlieren sie damit an Wert.
Weitere 20 Mrd. Euro werden im Zusammenhang mit der Bad Bank erforderlich, in die die Krisenbank Ende des Monats ihre faulen Wertpapiere auslagern will. Dabei entstünden "Transaktionsrisiken".
Wegen der neuen, unerwarteten Stützungsforderungen hatte der Lenkungsausschuss laut "stern.de" bereits am Donnerstagabend erstmals beraten. In ihm sitzen unter anderem Staatssekretäre des Finanz-, Wirtschafts- und Justizministeriums sowie ein Vertreter des Kanzleramts.
Dass die Krise bei der HRE noch nicht ausgestanden ist, ist bereits seit längerem bekannt. Beim europaweiten Stresstest für Banken im Juli fiel das Institut als einziges deutsches Geldhaus durch. Beim strengsten Test kam die HRE nur auf eine Kernkapitalquote von 4,7 Prozent. Sechs Prozent waren als Untergrenze vorgegeben.
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