Der Finanzinvestor Apollo zieht sich im Poker um die Valovis Bank zurück. Übrig bleibt Konkurrent Lone Star, dem bereits die IKB, die Düsseldorfer Hypothekenbank sowie die Frankfurter Corealcredit gehört. Der Eigentümer der Ex-KarstadtQuelle Bank, der Pensionsfonds der KarstadtQuelle-Mitarbeiter sowie der private Bankenverband BdB äußerten sich nicht zum Verkaufsprozess.
Der BdB sitzt insofern zumindest indirekt am Verhandlungstisch, als er Valovis mit einer Garantie über rund 100 Mio. Euro über einen existenzbedrohenden Kapitalengpass hinweggeholfen hat. Der war durch eine Abschreibung auf Griechenland-Anleihen von 120 Mio. Euro verursacht worden. Vorrangiges Interesse des Verbands ist es, dass ein Käufer der Valovis Bank diese Garantie ablöst.
Damit zeichnet sich ab, dass ein Investor kaum den Buchwert zahlen dürfte, der Valovis' Eigenkapital von 280 Mio. Euro entspricht. Lone Star soll vor allem an der Pfandbrieflizenz interessiert sein, die von der ehemaligen Karstadt Hypothekenbank in die Valovis eingebracht wurde. Sie ermöglicht die günstige Aufnahme frischer Mittel durch den Verkauf von Pfandbriefen. Wer eine Bank mit Pfandbrieflizenz erwirbt, erspart sich den langwierigen Aufbau der Deckungsstöcke, die für die Emission dieser Wertpapiere notwendig sind. Sie bestehen in der Regel aus Immobilien- und Staatskrediten.
Als Finanzinvestor ist Lone Star eigentlich am Weiterverkauf seiner Beteiligungen interessiert - in Deutschland ist dieses Konzept allerdings bisher nicht aufgegangen. Bei IKB und der Düsseldorfer Hypothekenbank besteht weiter Sanierungsbedarf, und selbst die aus der Allgemeinen Hypothekenbank Rheinboden (AHBR) hervorgegangene Corealcredit erwies sich trotz nachhaltiger Profitabilität bisher als unverkäuflich. Die unfreiwillig langen Haltefristen stehen zudem im Widerspruch zur Anlagepolitik von Lone Star, die von ihrem Herkommen ein Spezialist für die Verwertung fauler Kreditporfolien ist und kein Sammler von Bankbeteiligungen wie etwa die Investorengruppe um Christopher Flowers oder RHJ.