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Merken   Drucken   04.03.2009, 10:02 Schriftgröße: AAA

Portfolio: DSW droht Hypo-Managern mit Klage

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) erwägt rechtliche Schritte gegen die Ex-Manager des schwer angeschlagenen Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate (HRE). Den Aktionärsschützern geht es dabei um Grundsätzliches. von Elisabeth Atzler
"Sollte es die Möglichkeit geben, zivilrechtliche Klagen zu erheben, werden wir das tun", sagte DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker am Dienstag. Voraussetzung dafür wäre, dass die Untersuchung der Staatsanwaltschaft den Verdacht der Marktmanipulation erhärtet. Die Behörde ermittelt gegen den früheren HRE -Chef Georg Funke  und weitere Vorstände - die DSW hatte Strafanzeige gestellt.
Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass die DSW mit einer Zivilklage hohen Schadensersatz erreicht. Es geht dem Verband vielmehr darum, "ein Zeichen zu setzen". Die HRE war Ende September fast kollabiert und hat seitdem Milliardengarantien vom Staat erhalten. Die Aktie sackte seither um mehr als 90 Prozent ab. Eine HRE-Enteignung lehnte Hocker klar ab.
Die DSW, die Kleinanleger vertritt, kritisierte, dass Manager bei Pflichtverletzung gegenüber dem Unternehmen haften, nicht aber direkt gegenüber den Aktionären. Der Verband habe bereits oft eine Außenhaftung gefordert, so Hocker. Derzeit prüfen die Aktionärsschützer, ob sie auch gegen Manager weiterer Banken vorgehen werden. Anders als bei der HRE mangelt es aber meist an konkreten Hinweisen auf ein Fehlverhalten.
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Den Bankern die Leviten lesen will die DSW auf den anstehenden Hauptversammlungen (HVen). Hocker erwartet die konfliktreichsten Aktionärstreffen der vergangenen Jahrzehnte. "Schon jetzt lässt sich absehen, dass es hoch hergehen wird. Keine Frage: Bei einigen Firmen wird die HV zu einem echten ,Tanz auf dem Vulkan‘."
Besonders turbulent werde es bei der Deutschen Bank und der Commerzbank zugehen, sagte Klaus Nieding, der die DSW in Hessen vertritt. Er kritisierte die Salamitaktik, mit der die Deutsche Bank schlechte Nachrichten veröffentlicht habe. Nieding griff zudem die garantierten Bonuszahlungen an, die Manager der Dresdner Bank trotz großer Verluste noch erhalten - die Commerzbank hat den Wettbewerber gerade übernommen.
Der Logik der Manager folgen
Angesichts der schwachen Ergebnisse sollten nun die Managergehälter sinken: Der Gewinnrückgang "muss sich in klaren Abstrichen bei den Vorstandsbezügen bemerkbar machen", forderte Hocker. Das Gleiche gelte für Boni. Auch die mächtige Aktionärsvertretung Risk Metrics, vormals ISS, verlangt Zurückhaltung: "Konsequenterweise muss man als Aktionär jetzt sagen: ,Die Manager sollten weniger verdienen, weil die Aktienkurse am Boden sind‘", sagte Thomas von Oehsen, der die Gesellschaft in Deutschland leitet. "Vorher haben die Manager selbst argumentiert: ,Wir fahren hohe Gewinne ein und verdienen deshalb viel.‘ Dem Argument muss man jetzt andersherum folgen." Bisher stehen die Aktionäre den Vergütungen machtlos gegenüber, weil darüber nicht die HV entscheidet.
Aus Sicht der Aktionärsschützer stehen zudem Dividenden ganz oben auf der Tagesordnung. Von einem Verzicht auf Ausschüttungen will die DSW nichts wissen - Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) hatte das angeregt. Die Aktionäre müssen sich aber auf geringe Auszahlungen einstellen. "Es deutet sich an, dass die Dividende bei vielen Unternehmen sinken oder sogar ausfallen könnte", sagte Hocker. Der Großteil der Kürzungen dürfte 2010 kommen. Ringen werden Unternehmen und Aktionäre auch um Kapitalerhöhungen. Viele Firmen wollen sich Kapitalspritzen genehmigen lassen. "Wir werden das sicher nicht alles durchwinken. Da wird es großen Diskussionsbedarf geben", sagte von Oehsen.
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  • Aus der FTD vom 04.03.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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