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Den Bankern die Leviten lesen will die DSW auf den anstehenden Hauptversammlungen (HVen). Hocker erwartet die konfliktreichsten Aktionärstreffen der vergangenen Jahrzehnte. "Schon jetzt lässt sich absehen, dass es hoch hergehen wird. Keine Frage: Bei einigen Firmen wird die HV zu einem echten ,Tanz auf dem Vulkan‘."
Besonders turbulent werde es bei der Deutschen Bank und der Commerzbank zugehen, sagte Klaus Nieding, der die DSW in Hessen vertritt. Er kritisierte die Salamitaktik, mit der die Deutsche Bank schlechte Nachrichten veröffentlicht habe. Nieding griff zudem die garantierten Bonuszahlungen an, die Manager der Dresdner Bank trotz großer Verluste noch erhalten - die Commerzbank hat den Wettbewerber gerade übernommen.
Der Logik der Manager folgen
Angesichts der schwachen Ergebnisse sollten nun die Managergehälter sinken: Der Gewinnrückgang "muss sich in klaren Abstrichen bei den Vorstandsbezügen bemerkbar machen", forderte Hocker. Das Gleiche gelte für Boni. Auch die mächtige Aktionärsvertretung Risk Metrics, vormals ISS, verlangt Zurückhaltung: "Konsequenterweise muss man als Aktionär jetzt sagen: ,Die Manager sollten weniger verdienen, weil die Aktienkurse am Boden sind‘", sagte Thomas von Oehsen, der die Gesellschaft in Deutschland leitet. "Vorher haben die Manager selbst argumentiert: ,Wir fahren hohe Gewinne ein und verdienen deshalb viel.‘ Dem Argument muss man jetzt andersherum folgen." Bisher stehen die Aktionäre den Vergütungen machtlos gegenüber, weil darüber nicht die HV entscheidet.
Aus Sicht der Aktionärsschützer stehen zudem Dividenden ganz oben auf der Tagesordnung. Von einem Verzicht auf Ausschüttungen will die DSW nichts wissen - Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) hatte das angeregt. Die Aktionäre müssen sich aber auf geringe Auszahlungen einstellen. "Es deutet sich an, dass die Dividende bei vielen Unternehmen sinken oder sogar ausfallen könnte", sagte Hocker. Der Großteil der Kürzungen dürfte 2010 kommen. Ringen werden Unternehmen und Aktionäre auch um Kapitalerhöhungen. Viele Firmen wollen sich Kapitalspritzen genehmigen lassen. "Wir werden das sicher nicht alles durchwinken. Da wird es großen Diskussionsbedarf geben", sagte von Oehsen.