Laut David Rubenstein, Mitbegründer der Carlyle Group, könnten Investoren "Probleme bekommen, das zugesagte Kapital auch zur Verfügung zu stellen". "Das ist derzeit das große Thema in der Branche", sagte ein Private-Equity-Manager der FTD.
Damit laufen Private-Equity-Gesellschaften wie Carlyle, Blackstone, KKR oder Permira Gefahr, dass sie bei Übernahmen das zur Finanzierung nötige Eigenkapital nicht mehr ohne Weiteres bekommen - ein Novum in der weltweit über 30-jährigen Geschichte der Branche. Dies bringt die Finanzinvestoren in den USA und Europa noch stärker in die Klemme. Sie leiden ohnehin schon darunter, dass Banken seit der Pleite von Lehman Brothers kaum noch Kredite für fremdfinanzierte Firmenübernahmen gewähren.
So könnte sich auch das Volumen von bereits platzierten Private-Equity-Fonds als zu hoch erweisen. Investoren geben dabei in der Regel nur Zusagen ab. Das Geld überweisen die institutionellen Investoren erst fallweise, wenn die Private-Equity-Firmen Unternehmenskäufe vertraglich vereinbart haben und die Preise bezahlen müssen.
Calpers als einer der weltgrößten Pensionsfonds richtete kürzlich an die Manager der Private-Equity-Fonds die Bitte, in diesem Jahr kein Geld mehr anzufordern. "Calpers hat seine Bücher für dieses Jahr geschlossen", sagt ein Insider. Die Amerikaner kommunizierten dies aber als "temporäres Problem".
Einbruch der Märkte schwerer Schlag
Die meisten Pensionsfonds und Universitätsstiftungen in den USA haben in den vergangenen Jahren ihre Investitionen in sichere Anlagen wie Rentenpapiere bester Bonität zugunsten risikoreicher Anlagen zurückgefahren. Der Pensionsfonds Calstrs des kalifornischen Lehrpersonals steckte nur noch 20 Prozent seiner Gelder in festverzinsliche Anlagen. Stattdessen setzten die Pensionsfonds auf Aktien und Private Equity. Umso schwerer trifft sie der Einbruch der Aktienmärkte. So berichtete Calpers Ende Oktober, seit 1. Juli sei der Wert des Anlageportfolios um rund 21 Prozent auf 189 Mrd. $ geschrumpft.
Ein weiteres Problem ist, dass durch die Verluste vieler Anlageklassen der Private-Equity-Anteil in den Portfolios zu stark gestiegen ist. So versucht die Stiftung der Harvard-Universität derzeit, Anteile an Private-Equity-Fonds im Wert von 1,5 Mrd. $ zu verkaufen, um deren Quote wieder auf die Zielvorgabe von 13 Prozent zu drücken. Calpers hat bereits 2007 80 Private-Equity-Fonds im Wert von 2 Mrd. $ veräußert. Auch Calstrs hat seine Zielquote für Private-Equity-Anlagen von neun Prozent überschritten und seine Führung gebeten, dies vorübergehend zu akzeptieren. Derzeit seien Verkäufe von Private-Equity-Fondsanteilen wegen der angespannten Marktlage nur mit hohen Abschlägen möglich.
Bei deutschen Versicherern und Versorgungskassen taucht dieses Problem nicht auf, da diese bislang kaum in Private Equity investiert haben und generell - auch aufgrund regulatorischer Vorschriften - eine konservativere Strategie verfolgen. So hat selbst der größte deutsche Private-Equity-Investor, die Allianz, nur weniger als ein Prozent in dieser Anlageklasse geparkt und liegt damit weit unter seiner Zielquote von etwa drei Prozent.