Die Rekordmarke setzte der US-Investor Oaktree mit einem Fonds über 10,6 Mrd. $. Avenue Capital warb 6 Mrd. $ ein, die Texas Pacific Group strebt für ihr Distressed-Debt-Vehikel ein Volumen von 7 Mrd. $ an.
Die Preqin-Zahlen spiegeln einen relativ jungen Trend in der Branche. Kauften sich die Finanzinvestoren vor einigen Jahren vor allem über die Eigenkapitalseite in Unternehmen ein, so nutzen sie inzwischen zunehmend die Fremdkapitalseite zum Einstieg. Die auch als Geierfonds bezeichneten Vehikel investieren dabei in die Kredite notleidender Firmen und treiben schließlich die Restrukturierung der Krisenunternehmen voran. Fälle in den vergangenen Jahren waren zum Beispiel die Autozulieferer Kiekert, TMD Friction und Schefenacker. Auch Branchengrößen wie Blackstone und KKR haben mittlerweile solche Fonds aufgelegt.
Ironischerweise rücken vor allem solche Unternehmen ins Blickfeld der Finanzinvestoren, die sich im Besitz anderer Beteiligungsgesellschaften befinden. "Das Risiko, dass die Ausfallraten bei Firmen in Private-Equity-Hand signifikant steigen, ist substanziell gewachsen", schreibt dazu die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in ihrer jüngsten Studie. Die BIZ schätzt, dass solche Firmen bis 2010 Kredite von 500 Mrd. $ ablösen müssen. Nach Angaben von Bankern wird dies vielen betroffenen Unternehmen aber kaum gelingen.
Druck auf den Bilanzen
Experten erwarten, dass die Pleitewelle 2009 einsetzen könnte: "Wir fangen gerade an zu sehen, dass die Unternehmensgewinne sinken. Das wird Druck auf die Bilanzen ausüben", sagte Martin Gudgeon, Leiter der Restrukturierungsberatung bei Blackstone. "Ich rechne damit, dass die Restrukturierungsfälle in der zweiten Jahreshälfte 2009 und 2010 stark zunehmen." Gudgeon wurde von seinem Arbeitgeber gerade für den zu hoch verschuldeten britischen Folienhersteller Klöckner Pentaplast engagiert.
"Das Thema Restrukturierung wird für Investmentbanken und Berater zu einem Riesenthema in den nächsten 18 Monaten werden, weil viele Private-Equity-Firmen Töchter verkaufen oder umschulden müssen", sagte Volker Brühl, der die Übernahmeberatung von Dresdner Kleinwort für den deutschen Markt leitet.
Im Moment allerdings ist der Handel mit Distressed Debts, also problembehaftete Unternehmenskredite, noch mau - unter anderem, weil viele Investoren "glauben, dass die Kredite noch billiger werden", sagte Ansgar Zwick, Deutschlandchef der auf Restrukturierungen spezialisierten US-Investmentbank Houlihan Lokey.