Die beiden Schweizer Konkurrenten
UBS und
Credit Suisse sowie die
Deutsche Bank leiden unter dem Wertverlust von Staatsanleihen und den hohen Kosten für den Abbau ihrer Bilanz. Bei allen großen Investmentbanken weltweit zeigen sich Probleme besonders im Anleihehandel, der auch vielen US-Instituten im vierten Quartal Verluste bescherte.
Die Aussichten für 2012 sind nicht viel besser. Daran ändert auch die Rally der vergangenen Wochen bei den Bankaktien nichts, ebensowenig die Tatsache, dass die Europäische Zentralbank (EZB) Ende Februar wie schon im Dezember wohl wieder viele hundert Milliarden Euro Liquidität zum Leitzins von einem Prozent in den Sektor pumpen wird.
Das billige Geld hat die Refinanzierungsmärkte für Banken vor dem Kollaps bewahrt und Ängste gebannt, dass ein systemrelevantes Institut in Italien, Spanien oder Frankreich umkippen könnte. Aber den Finanzunternehmen fehlen die Anlagemöglichkeiten, um das Geld rentierlich unterzubringen: Bis auf einige südeuropäische Banken widerstehen die meisten Institute derzeit der Versuchung, die billigen Milliarden langfristig in riskante Staatsanleihen zu stecken. Stattdessen wird das Geld gehortet.
Banken haben es auf Dauer mit erschwerten Finanzierungsbedingungen, verschärften Kapitalanforderungen und einem generell schwierigerem Marktumfeld zu tun. Genau deswegen hat die Ratingagentur Moody's zu einem beispiellosen Rundumschlag ausgeholt: Sie droht mit der Herabstufung der Bonitätsnote von 17 internationalen Großbanken, darunter nicht nur europäische Schwergewichte wie die Deutschen Bank,
Barclays ,
HSBC , BNP Paribas und Société Générale. Auch in den USA stehen
Bank of America ,
Citigroup ,
Goldman Sachs , JPMorgan Chase und
Morgan Stanley unter besonderer Beobachtung. In Europa allein erwägt Moody's eine Herabstufung der Kreditwürdigkeitsnote für 114 Banken in 16 Ländern.