Die Royal Bank of Scotland gibt nach dreieinhalb Jahren die in der Finanzkrise erhaltenen Staatsgarantien zurück. Die Bürgschaften für Kredite würden in der nächsten Woche vollständig abgelöst, teilte das Institut am Freitag mit. Laut Financial Times hatte das Institut 2008 75 Mrd. Pfund aus dem sogenannten Credit Guarantee Scheme der britischen Regierung erhalten. London stützte die Bank außerdem durch den Kauf von Aktien, sie befindet sich zu 80 Prozent in Staatsbesitz.
Auch im operativen Geschäft machte die Bank im ersten Quartal Fortschritte: Das Ergebnis vor Steuern, Abschreibungen und Entschädigungszahlungen an Käufer sogenannter Restschuldversicherungen belief sich auf 1,2 Mrd. Pfund (1,4 Mrd. Euro). Das entspricht einem Plus von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Unter dem Strich ergab sich allerdings ein dickes Minus von 1,5 Mrd. Pfund.
Hauptgrund für das Nebeneinander von operativem Gewinn und Nettoverlust war eine Abschreibung von 2,5 Mrd. Pfund auf Schuldtitel der Bank. Dieser Effekt hat im zurückliegenden Quartal zahlreichen Banken die Bilanz verhagelt. Hinzu kamen bei der Royal Bank allerdings Ausgaben von 125 Mio. Pfund für Entschädigungszahlungen. Wie andere britische Institute auch müssen die Schotten nach einem höchstrichterlichen Urteil zahlreiche Versicherungsverträge rückabwickeln, die Bankkunden teilweise ohne deren Wissen untergejubelt worden waren.