Alle weiteren Ratings werden beibehalten. Zur Begründung heißt es, die Bank verkleinere ihr Geschäftsmodell und wolle Kosten sparen. Die Mitteilung verweist aber auch auf die letzte Herabstufung der BayernLB: "Außerdem konnten wir die jüngste Herabstufung nicht nachvollziehen." S&P habe wichtige Faktoren im Kreditrating und die Rekapitalisierung durch die Eigner nicht ausreichend gewürdigt.
Die Kündigung erfolgt nur wenige Wochen nach einer umstrittenen, kollektiven Herabstufung von fünf Landesbanken durch S&P. Die BayernLB verlor zwei Stufen und gehörte damit zu den Banken, die am stärksten davon betroffen waren. Ein schlechteres Rating erhöht in der Regel die Refinanzierungskosten. Beobachtern zufolge nimmt die Bedeutung der Agenturen jedoch langsam ab. Sie gelten als mitschuldig an der Finanzkrise und haben daher an Glaubwürdigkeit eingebüßt.
Inoffiziell hatte es auch bei anderen Landesbanken geheißen, man könne sich eine Kündigung vorstellen. Große Banken lassen sich stets von allen drei wichtigen Agenturen benoten. BayernLB und LBBW sind aber die einzigen Landesbanken, die auch ihre Pfandbriefe von drei Agenturen bewerten lassen. Die anderen Landesbanken haben hier nur ein oder zwei Ratings. Anders als bei Aktienanalysen zahlen Unternehmen für die Bonitätsbewertung.
Dem Vernehmen nach steht die Kündigung der BayernLB aber auch im Zusammenhang mit einer neuen Pfandbriefratingmethode bei S&P. Die Anleiheanalysten von Unicredit begrüßten die Nachricht. "Die Entscheidung, bei Ratingagenturen Kosten zu sparen, war hier vernünftig."