Ich stimme dem Leitartikel zu: Die Senkung der Bonotätsnoten war richtig. Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter: Auch bei Länderratings muss eine größere Bandbreite erreicht werden - mit der die Anleger und die Regulatoren institutioneller Anleger wie z.B. der Versicherungen dann aber auch richtig umgehen müssen. Länderratings waren in der Vergangenheit eher zu simpel gestrickt, Abstufungen haben kaum existiert. Üblicerweise hatten Länder ein AAA, wenn sie kreditwürdig waren, oder direkt ein C oder gar D, wenn die Rückzahlung von Staatsanleihen kaum zu erwarten war.
Aber das ist nicht die Realität. Wenn man die Wirtschaftskraft, Finanzpolitik etc. der einzelnen Länder miteinander vergleicht, dann repräsentierten einige europäische Länder wie z.B. Griechenland schon seit langem (immer seit es Ratings gibt?) ein höheres Risiko als Deutschland oder auch Frankreich. Und selbst jetzt ist das Risiko bei Frankreich - wenn auch marginal, daher auch immer noch nur der kleine Unterschied in der Note - höher als bei Deutschland.
Insofern müsste es auch unter den (noch) als stabil anzusehenden Ländern in Europa eine deutlich breitere Streuung im A-Bereich geben.
Der einzige Punkt, wo ich vielen der Kommentatoren durchaus Recht gebe, ist die Ungleichbehandlung der USA. Falls hier die Ratingagenturen nicht ein sehr hohes Gewicht auf nicht-finanzielle Aspekte (z.B. die Militärmacht) legen, dann haben die USA angesichts politischer Kapriolen, Finanzfaktoren wie Verschuldungsquote (Staat und Bevlkerung) etc. auch die zweitbeste Note AA+ nicht (mehr) verdient.