Das Unternehmen ordnet den Handel im Freiverkehr neu. Die offizielle Begründung: Die niedrigen Eingangshürden wurden von vielen Marktteilnehmern missbraucht.
Nach zahlreichen Kursmanipulationen ordnet die Deutsche Börse den kaum regulierten Freiverkehr neu. Das 2008 eingeführte First Quotation Board werde abgeschafft, teilte das Unternehmen am Montag mit. Die Eingangshürden für die Anmeldung von Aktien, Anleihen, Zertifikate und Optionsscheinen auf diesem Markt waren besonders niedrig. Anfang 2011 wurden die Regeln etwas verschärft. Trotzdem sei es "weiterhin zu massiven und häufigen Verdachtsfällen auf Marktmanipulation gekommen", teilte die Deutsche Börse mit.
Im dritten Quartal 2011 waren im First Quotation Board die Aktien von 448 Unternehmen gelistet. Die Deutsche Börse fordert sie auf, in das stärker regulierte Segment Entry Standard oder gar den Geregelten Markt aufzusteigen - oder sich zurückzuziehen. Die neuen Regeln sollen der Deutschen Börse zufolge voraussichtlich ab dem dritten Quartal greifen.
Fortbestehen soll das bisherige Second Quotation Board, das künftig einfach Quotation Board heißen wird. Hier können Anleihen und Aktien zum Handel angemeldet werden, die bereits an einem anderen von der Deutschen Börse anerkannten in- oder ausländischen Handelsplatz gelistet sind.
Parallel zum Wegfall des First Quotation Board sollen die Vorschriften für den Entry Standard verschärft werden. Voraussetzung für die Aufnahme ist künftig die Veröffentlichung eines Börsenprospekts. Außerdem gälten zukünftig auch strengere Regeln für den Verbleib in diesem Segment, teilte die Deutsche Börse mit.
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