Die Liste könnte auf dem Treffen der G20-Finanzminister am Wochenende in London noch verlängert werden, hieß es am Donnerstag in deutschen Regierungskreisen.
Mit den Aufsichtsgremien kommen die Finanzminister ihrem Ziel näher, keinen Markt und kein Produkt mehr ohne jede Aufsicht zu lassen. In der Europäischen Union gibt es Konsens darüber, dass künftig auch Hedge-Fonds einer direkten Regulierung unterworfen werden sollen. Selbst die britische Regierung, die an diesem Punkt lange gebremst hatte, ist jetzt zu einer direkten Regulierung bereit.
Unsicher ist allerdings, wie US-Finanzminister Timothy Geithner sich in London verhalten wird. In den USA gibt es starke Kräfte, die nur eine indirekte Steuerung über die Banken wollen, die mit Hedge-Fonds Geschäfte machen.
Im Supervisory College für die Deutsche Bank beispielsweise kommen Vertreter der Aufsichtsgremien zusammen, die für die Bank zuständig sind - auch solche aus dem Ausland. Organisiert wird das Gremium in diesem Fall von der deutschen Finanzaufsicht BaFin.
Die Colleges gehören zu den 30 Maßnahmen, die vom Gipfel der G20-Regierungschefs Anfang April beschlossen werden sollen. Die Finanzminister sollen den Gipfel vorbereiten.
Die EU-Minister haben in einem Papier festgelegt, welche Punkte für sie in London am wichtigsten sind. Neben den Supervisory Colleges und der Hedge-Fonds-Regulierung findet sich auf der Liste die Forderung, dass Banken in guten Zeiten zusätzliche Eigenkapitalpuffer aufbauen sollen, von denen sie in Krisenzeiten zehren können. Neben Hedge-Fonds sollen auch Private-Equity-Fonds und Ratingagenturen genauer überwacht werden. Den Ratingagenturen wird eine bedeutende Mitschuld an der Finanzkrise zugeschrieben, weil sie Wertpapiere auf US-Hypotheken zu positiv bewertet hatten. Auf EU-Ebene wird bereits an schärferen Vorschriften für die Agenturen gearbeitet.
Außerdem setzen sich die EU-Finanzminister dafür ein, dass die Unternehmensführung und speziell die Managervergütung nicht mehr extrem riskantes Geschäftsgebaren fördern.
Schließlich sollen die Eigenkapitalvorschriften und die Bilanzierungsregeln so geändert werden, dass sie nicht mehr prozyklisch wirken, also die Krise noch verstärken.
Bei ihren Beratungen in London werden sich die G20-Finanzminister an den Ergebnissen der vier Arbeitsgruppen orientieren, die auf dem Washingtoner Weltfinanzgipfel im November eingesetzt worden waren. Die Arbeitsgruppen befassen sich mit den Themen Regulierung, internationale Kooperation (Vorsitz: Deutschland und Mexiko), Reform des Internationalen Währungsfonds und Reform der Weltbank.