Nach LME-Angaben erhalten die Lagerhausbetreiber knapp 1 Mrd. Dollar an Miete pro Jahr von den Produzenten und Händlern, die das Metall einlagern. Lohnend wurde das Geschäft, das vorher von kleinen unabhängigen Unternehmen kontrolliert wurde, durch die Finanzkrise. Denn die Banken sagten richtig voraus, dass infolge einer Wirtschaftskrise die Nachfrage nach Metallen sinkt und damit der Bedarf an Lagerplatz steigen wird. 2010 kaufte zum Beispiel Glencore die Lagerhäuser der italienischen Pacorini-Gruppe für 209 Mio. Dollar. Bei Umsätzen von 220 Mio. Dollar warfen diese im Jahr 2010 einen Gewinn von 31 Mio. Dollar ab.
Diese Entwicklung bereitet einigen Händlern und Metallverbrauchern Sorge. Sie befürchten, dass die vier Häuser den Markt manipulieren könnten, indem sie kontrollieren, was in ihre Lagerhäuser herein und wieder heraus geht. Gleichzeitig hätten sie einen bessern Überblick über Angebot und Nachfrage als andere. Die LME und auch die britische Finanzaufsicht haben aber eine entsprechende Beschwerde als substanzlos abgelehnt. Auch die Banken bestreiten die Vorwürfe und verweisen darauf, dass Handels- und Lagerabteilungen streng getrennt seien. So richtig glauben wollen dies die Marktteilnehmer nach Angaben des "Wall Street Journal" aber nicht.
Die Zeitung berichtet weiter, dass der Streit derzeit vor allem um die von Goldman Sachs betriebenen Lagerhäuser in Detroit gehe. Dort lagern 25 Prozent der LME-Aluminiumbestände. Großkunden wie
Coca-Cola und der weltgrößte Hersteller von Walzaluminium Novelis beklagen, dass Goldman absichtlich die Abflüsse aus dem Lagerhaus einschränke. Andere Kunden berichten, dass die Bank aggressiv um neue Lagerhauskunden werbe, gleichzeitig Bestandskunden aber sieben Monate und mehr auf die Auslieferung ihrer Ware warten müssten. Goldman bestreitet die Vorwürfe.